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Katalanische Träume und spanische Albträume

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Katalanische Träume und spanische Albträume

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Independencia – Unabhängigkeit. Das war das dominierende Wahlkampfthema in Katalanien. Der Grund für vorgezogene Neuwahlen.

Andere Sorgenkinder Spaniens gerieten in den Hintergrund. Zum Beispiel überschuldete Immobilienbesitzer oder Arbeitslose, oft kommt beides zusammen.

Ada Colau vom Verein der Hypothekenkrisen-Geschädigten:

“Das geht seit jetzt seit fast vier Jahren so. Und die regierenden Parteien – ob spanisch oder katalanisch – haben nichts für uns gemacht. Im Gegenteil, sie haben Finanzinstitute gerettet. Jetzt, mit dieser Verspätung, bleiben nur Notoperationen.”

In den ersten drei Monaten des Jahres 2012 gab es nach Justizangaben mehr als 7 000 Räum-Verfahren in Katalonien.

Gleichzeitig sind mehr als die Hälfte der spanischen Jugendlichen (52,34%) ohne Arbeit.

Gewerkschafterin Mireia Dones (Jugendorganisation der Gewerkschaft UGT in Katalonien):

“Ich persönlich meine – mit mehr Freiheit und Unabhängigkeit Kataloniens hätte die konservative Regierung keine Ausreden mehr für das Fehlen einer aktiven Beschäftigungspolitik. Sie schafft keine Arbeitsplätze.”

Mireia koordiniert ein Projekt, das arbeitslosen Jugendlichen bei eigenen Initiativen hilft. Sie hat am 11. September für eine Loslösung von Madrid demonstriert und am 14. November gegen die Sparpolitik mitgestreikt.

Francisco Fuentes, euronews:

“Die Katalanen entscheiden mit dieser Wahl indirekt über die Unabhängigkeit. Allerdings treibt die strikt durchgesetzte Sparpolitik hier auch die Unzufriedenen an die Urnen.”