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Griechenland erhält neue Hilfsmilliarden

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Griechenland erhält neue Hilfsmilliarden

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In Athen haben Beamte gegen den Sparkurs der Regierung protestiert. Die neuen Milliardenhilfen für ihr Land würden ihren Jobs nicht helfen, sondern bloß den Banken, sagen sie. Zuvor hatten sich die Euroländer und der Weltwährungsfonds unter Schmerzen darauf geeinigt, neue Milliarden nach Griechenland zu schicken und Athens Schulden zu drücken.

Insgesamt sollen unter anderem 44 Milliarden frische Euro aus dem laufenden Rettungsprogramm nach Athen überwiesen werden. Der Schuldenberg soll zunächst einmal um 40 Milliarden Euro verkleinert werden, das sind 20 Prozent der griechischen Gesamtschulden. Bis 2020 muss der Schuldenstand dann von derzeit 180 auf 124 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken, so sehen es zumindest die Euroretter nun vor.

Für den griechischen Linkspolitiker Alexis Tsipras, der den Sparkurs verlassen möchte, taugt der neue Plan nicht viel. Er sagt: “Die Verhandlungen liefen zwischen Frau Merkel und Frau Lagarde, der Kompromiss wurde zwischen ihnen gefunden. Die Lösung schließt Griechenland nicht mit ein, sie schließt keinen gangbaren Plan für Griechenland mit ein, deshalb ist es keine Lösung.”

In der griechischen Presse ist das Echo überwiegend hoffnungsfroh, von einem ersten Lächeln ist die Rede, von einem guten Kompromiss, der Geld und weniger Schulden bringe.

Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras veranlasste der Euro-Deal zu einer regelrechten Lobrede über die Zukunft seines Landes. Er sagte: “Im Erfolg der vergangenen Nacht steckt viel Gutes für alle Griechen. Die Reformen und die Regeneration Griechenlands kommen voran. Das Land wir wettbewerbsfähig, europaorientiert. Die Bürger werden stolz sein. Es wird eine moderne Demokratie mit einer geeinten Gesellschaft.”

Ob die Menschen im Land das auch so sehen, mag man bezweifeln. Das neue Geld verschafft dem Land zwar nun wieder etwas Luft, der eingeschlagene Sparkurs muss aber weiter eingehalten werden. Aus Reihen der Euroretter hieß es, es gebe nach wie vor erhebliche Unsicherheiten.