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ILVA-Stahlwerk in Italien steht vor dem Aus

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ILVA-Stahlwerk in Italien steht vor dem Aus

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Die Führung des italienischen Stahlkonzerns ILVA hat die Schließung des Werks Taranto in Süditalien angekündigt. Betroffen sind mehr als 11.000 Arbeiter.

Der Beschluss wurde gefasst, nachdem die Staatsanwaltschaft sieben Haftbefehle gegen Manager des Konzerns erlassen und Stahl beschlagnahmt hatte.

Das Ende von Taranto zieht die Schließung von fünf weiteren Werken in ganz Italien nach sich, die bislang das Stahl aus Taranto verarbeiteten. Das geht aus einer Erklärung des ILVA-Konzerns hervor.

ILVA gilt als die größte Dreckschleuder Italiens. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden Umweltauflagen nicht erfüllt, Dioxin verpestete die Region, hunderte Menschen starben. Der Staatsanwalt Franco Sebastio erklärte, es laufe nicht nur eine wissenschaftliche Ermittlung, der Grund des Übels sei vielmehr unmenschliches Verhalten.

Unter den sieben Verhafteten ist auch Fabio Riva, ILVA-Vizepräsident und Sohn des Firmengründers Emilio Riva. Ihnen wird unter anderem Umweltkriminalität und Bestechung vorgeworfen. Sie hätten versucht den Skandal zu vertuschen.

Gewerkschaften warnten unterdessen, die Schließung des Stahlwerks werde hunderte Familien in den Ruin treiben. In der Region ist es der größte Arbeitgeber.