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Nach Brand in Bangladesch: Textilbranche am Pranger

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Nach Brand in Bangladesch: Textilbranche am Pranger

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Drei Tage nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik herrschte an diesem Dienstag in Bangladesch Staatstrauer – und die Welt diskutiert über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Branche. Die Textilarbeiter hatten am offiziellen Trauertag frei und demonstrierten wie tags zuvor für bessere Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als hundert Arbeiterinnen und Arbeiter waren bei dem Brand in der Nähe der Hauptstadt Dhaka am Samstag ums Leben gekommen.

Es kursieren Berichte von Überlebenden, dass ihre Vorgesetzten sie sogar anwiesen, in dem verqualmten Gebäude zu bleiben, weil es sich nur eine Übung handele. Der flüchtige Besitzer von Tazreen Fashion wurde inzwischen festgenommen. Er soll auch zum Verdacht verhört werden, dass das Gebäude höher gebaut wurde, als die Baugenehmigung zuließ.

Polizei und zwei Regierungskommissionen ermitteln die Brandursachen. “Nach vorläufigem Ermittlungsstand gehen wir von einem Sabotageakt aus”, erklärte Innenminister Mohiuddin Khan Alamgir. “Wir suchen nach den Saboteuren und sind entschlossen, sie zur Rechenschaft zu ziehen.”

Der US-Handelsriese Wal-Mart kündigte derweil einem Lieferanten, der unerlaubterweise bei der Unglücksfirma produzieren ließ. Politiker und Hilfsorganisationen appellierten an die Verbraucher, mehr auf die Herkunft ihrer Kleidung und die Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Ländern zu achten. Kleidung macht 80 Prozent der Exporte Bangladeschs aus, das Land ist der zweitgrößte Exporteur nach China.