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Rebellen im Kongo lenken offenbar ein

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Rebellen im Kongo lenken offenbar ein

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Die Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind offenbar zum Rückzug aus der Provinzhauptstadt Goma und weiteren besetzten Gebieten bereit. Dies bestätigten sowohl der ugandische Verteidigungsminister als auch die Internationale Konferenz der Großen Seen Afrikas, die sich in den Konflikt eingeschaltet haben. Die Konferenz hatte den Rebellen ein Ultimatum bis zu diesem Montag gesetzt und mit einem Militäreinsatz gedroht.

Seit der vergangenen Woche halten die Rebellen der Bewegung M23 Goma und die angrenzenden Gebiete in ihrer Gewalt. Sie drohen, bis zur Hauptstadt Kinshasa vorzurücken. Wann sie sich nun zurückziehen, war zunächst unklar.

Die Bewegung M23, der mehrheitlich Tutsi angehören, hat sich nach einem Abkommen mit der kongolesischen Regierung vom 23. März 2009 benannt. Dieses sicherte vormaligen Milizionären die Aufnahme in die regulären Truppen zu. Die Rebellen klagen aber über Benachteiligung in der Armee, niedrigen Sold und mangelnde Versorgung, viele sind desertierte Soldaten.

Die Vermittler im Konflikt mit der Regierung, darunter auch die Afrikanische Union, zeigten sich optimistisch, dass bei den Verhandlungen ein Durchbruch erzielt werden könne. Die Rebellen hätten “prinzipiell” den Forderungen der Internationalen Konferenz der Großen Seen Afrikas zugestimmt, hieß es von Seiten der Afrikanischen Union.

Seit Ausbruch der jüngsten Kämpfe haben zehntausende Anwohner ihre Häuser verlassen. Die humanitäre Lage in der Region ist nach Angaben der Hilfsorganisation World Vision verheerend. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich an diesem Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung mit der Krise im Ostkongo befassen. UN-Soldaten hatten vor wenigen Tagen aktiv in die Kämpfe eingegriffen. Einige Sicherheitsratsmitglieder fordern ein weitergehendes Mandat für die “Monusco”-Mission, damit die Blauhelm-Soldaten im Kongo nicht nur zum Schutz der Zivilisten, sondern auch auf der Seite der Regierung aktiv werden können.