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Woran starb Arafat oder durch wen?


Westjordanland

Woran starb Arafat oder durch wen?

Ramallah am 29. Oktober 2004: Ein letztes Mal verlässt Palästinenserpräsident Jassir Arafat sein seit Monaten von israelischem Militär abgeriegeltes Hauptquartier Mukata. Der unübersehbar von Krankheit gezeichnete wird nach Frankreich gefolgen und dort in das Militärkrankenhaus Percy bei Paris eingeliefert. Die Informationen über seine Krankheit klingen ebenso verwirrend wie jene über die Machtkämpfe noch am Krankenbett. Wann genau Arafat tot war, wissen wohl nur die Ärzte, die letztlich die Apparate abstellten. Seine Beisetzung in Ramallah am 12. November symbolisiert die chaotischen Verhältnisse bei der palästinensischen Autonomiebehörde. Mordgerüchte kursieren sofort, schließlich hatte Arafat diverse Mordanschläge überlebt. Im Juli 2012 schließlich übergab seine Witwe Schweizer Wissenschaftlern einige Kleidungsstücke, die er zuletzt getragen hatte. Und die fanden daran Spuren von Polonium 210. Darauf folgte die Frage nach den Tätern. Für die Palästinenser stand sofort fest: “Es war Israel”, wie Tawfik Tirawi, der Chef der palästinensischen Untersuchungskommission sagt. Israel leugnet natürlich. Regierungssprecher Mark Regev sagte in einem euronews-Interview im August 2012: “Das ist ganz einfach nicht wahr. Und ich glaube nicht, dass viele Leute diese Anschuldigungen ernst nehmen. Ich erinnere daran, dass sich alle Dokumente zum Gesundheitszustand von Herrn Arafat in den Händer der Familie bzw. der Palästinenserbehörde befinden. Darum frage ich: Warum veröffentlichen Sie die nicht, statt Verschwörungstheorien zu verbreiten? Damit wäre die Frage doch zu klären.”

Nun hatte Jassir Arafat mit Sicherheit wesentlich mehr Feinde als nur die Israelis. Seine Amtsführung war umstritten, die Machtkämpfe innerhalb der Palästinenserführung längst entbrannt. Selbst wenn er an Polonium 210 starb, bleibt immer noch die Frage – wer gab es ihm?

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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