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EU-Landwirtschaftsminister beraten in Brüssel

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EU-Landwirtschaftsminister beraten in Brüssel

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Kaum sind die wütenden Milchbauern aus Brüssel abgezogen, treffen Europas Landwirtschaftsminister ein. Auf der offiziellen Agenda stand am Mittwoch zwar nicht die Milch, sondern andere Details der geplanten Reform der gemeinsamen Agrarpolitik. Große Themen, wie deren unter Druck geratenes Budget dürften aber ebenfalls zur Sprache gekommen sein, wie die Aussage des spanischen Landwirtschaftsminister Miguel Arias Cañete andeutete:

“Ich bin optimistisch. Wir haben eine starke Allianz mit Ländern wie Frankreich und Irland, die agrarpolitisch bedeutend sind. Irland wird ja auch die kommende Ratspräsidentschaft innehaben. Wir wollen diese Allianz erweitern, und haben dabei auch schon das Europaparlament als wichtigen Verbündeten, das sich auch für genügend Mittel zur Umsetzung der Reformen ausgesprochen hat.”

Für kleinere Betriebe ist die Frage der Verteilung der Mittel wichtiger als diejenige nach der absoluten Höhe des Budgets, so Irmi Salzer, die im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet Biogemüse anbaut, im euronews Interview:

“Bekanntlich erhalten 20% Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe 80% der Fördermittel, die größten nämlich. Fair ist das nicht. Denn es sind die kleineren Betriebe, die ländlichen Regionen am Leben erhalten. Deshalb ist eine faire Verteilung der Mittel so wichtig. Dann kann auch mit weniger Geld Gutes erreicht werden.”

Nach Angaben der europäischen Lobbyorganisation kleiner Landwirtschaftsbetriebe, Via Campesina, haben in den vergangenen acht Jahren 20% unabhängiger Landwirte aufgegeben.

Ein Kernstück der Reform, am Mittwoch auf der offiziellen Tagesordnung, ist das sogenannte “Greening”. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will Hilfsgelder für Bauern stärker an ihre Leistungen für das Gemeinwohl koppeln – also an den Umweltschutz, aber auch an die regionale Entwicklung.

Außerdem lag den Ministern ein Vorschlag Österreichs und Lettlands zu einem europäischen Nahrungsmittelkonzept vor.