Eilmeldung

Eilmeldung

Maßnahmen gegen den Seegrasschwund

Sie lesen gerade:

Maßnahmen gegen den Seegrasschwund

Schriftgrösse Aa Aa

Neptungras ist eine Pflanzenart, die im Mittelmeer gedeiht und vielen anderen Meeresbewohnern als Lebensgrundlage dient. Doch statt üppiger Seegraswiesen bietet sich unter Wasser vielerorts ein trister Anblick: abgerissene und erstickte Stauden. Innerhalb eines Jahrhunderts ist der Bestand um 30 Prozent zurückgegangen. Bei gleich bleibender Entwicklung gibt es in 50 Jahren so gut wie kein Neptungras mehr.
“Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir Schutzmaßnahmen ergreifen und die Ökosysteme aktiv wiederbeleben müssen”, erklärt Sophie Arnaud-Haond vom französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer.
Deswegen legen Biologen Hand an. Und sammeln vor der Mittelmeerküste entwurzeltes Neptungras ein, um es wieder einzupflanzen.
Andernorts werden angeschwemmte Pflanzensamen geerntet, um daraus Setzlinge zu ziehen. Das ist nicht ganz einfach, aber eine zukunftsweisende Lösung, sagt Sven-Michel Lourié von der Firma Solutions Marines. “Der Anbau von Pflanzen ist die einzige Lösung”.
Die Zeit drängt, denn Seegras spielt eine wichtige Rolle als Sauerstoffproduzent im globalen Ökosystem. Ein Hektar der Wasserpflanze kann dreimal mal so viel Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff umwandeln, wie die gleiche Fläche tropischen Regenwaldes.
Besser noch, während ein Baum CO2 nur etwa 60 Jahre lang speichert, verfrachtet Neptungras das Kohlendioxid in den Meeresboden, wo es mehrere Tausend Jahre lang verharrt.

Im Frühjahr soll mit der systematischen Aufforstung der Neptungraswiesen im Mittelmeer begonnen werden.