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Neuer Schutzmantel für Tschernobyl

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Neuer Schutzmantel für Tschernobyl

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Der erste Teil des neuen Schutzmantels für den explodierten Reaktor in Tschernobyl ist fertig. Die Stahlkonstruktion wiegt 5.000 Tonnen wurde auf eine erste wichtige Testhöhe von 22 Metern angehoben. Experten sprachen von einem technischen Durchbruch. Die Hülle zum Schutz vor radioaktiver Strahlung soll am Ende 29.000 Tonnen wiegen.

Nicolas Caille, der Direktor des Projekts, erklärte: “Weltweit hat noch niemand so einen Bogen gebaut. Wir haben lange an dem Entwurf gearbeitet, die erste Phase des Projekts war sehr kompliziert. Die Produktion und die Errichtung hingegen waren etwas einfacher.”

Die Zeit drängt, denn der alte Schutzmantel ist rissig und muss spätestens bis Ende 2015 ersetzt werden.

Für den radioaktiven Brennstoff, der sich immer noch in dem Reaktor befindet, muss allerdings noch eine Lösung gefunden werden. Der Risikoexperte
Carlo Mancini sagte: “Wir müssen einen Lagerplatz für das radioaktive Material finden, damit es für immer und ewig begraben werden kann. Doch den passenden Ort haben wir noch nicht gefunden.”

Der Tschernobyl-Block vier war am 26. April 1986 explodiert. Die Detonation wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft. 120,000 Menschen wurden umgesiedelt. Die Städte innerhalb des Sperrgebiets verfielen in einen tiefen Schlaf.

Unser Korrespondent Sergio Cantone fasst zusammen: “Das größte Risiko ist momentan das Regenwasser, es gelangt in den alten Reaktor, der Boden wird abgenutzt und das stellt eine Gefahr für das Grundwasser dar. Die Experten sagen, dank des neuen Stahlmantels wird kein Wasser mehr durch die Risse der alten Schutzhülle einsickern.”