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Rechtsextremer Politiker in Ungarn will Juden-Liste

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Rechtsextremer Politiker in Ungarn will Juden-Liste

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Ein Sturm der Entrüstung bricht sich nach der antisemitischen Bemerkung eines Politikers in Ungarn Bahn, Juden verteilen demonstrativ Judensterne. Der rechtsextreme Abgeordnete Márton Gyöngyösi hatte nach dem jüngsten Gaza-Konflikt im Parlament empfohlen, Ungarn jüdischer Abstammung insbesondere im Parlament und in der Regierung aufzulisten, da sie ein nationales Sicherheitsrisiko darstellten.

Auch seine Entschuldigung blieb zweideutig:
“Meine Äußerung war missverständlich, und natürlich entschuldige ich mich bei unseren jüdischen Landsleuten. Die Äußerung richtete sich nicht gegen sie, sondern zielte auf die ungarisch-israelische Staatsbürgerschaft und das potenzielle nationale Sicherheitsrisiko.”

Die Regierung verurteilte die Bemerkung scharf, Kritiker kreideten ihr aber an, erst Stunden später reagiert zu haben. Eine jüdisch-ungarische Organisation kündigte Klage gegen den Abgeordneten der immerhin drittstärksten Partei an.

Mehr als eine halbe Million ungarischer Juden waren unter den Nazis umgebracht worden, viele ungarisch-stämmige Juden leben heute in Israel.