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Leveson-Bericht: Engere Zügel für die britische Presse?

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Leveson-Bericht: Engere Zügel für die britische Presse?

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Wird die britische Presse in Zukunft strenger kontrolliert? Der nach den Abhörskandalen eingerichtete Untersuchungsausschuss legt an diesem Donnerstag seine Empfehlungen vor, ob eine neue Aufsichtsbehörde eingeführt werden oder es bei der Selbstkontrolle bleiben sollte.

Premierminister David Cameron bekam schon am Mittwoch ein Vorabexemplar, um heute vor dem Parlament Stellung nehmen zu können. Er sucht einen parteiübergreifenden Kompromiss in der umstrittenen Frage, bekräftigte am Mittwoch aber noch einmal, dass die Praktiken einiger Medien inakzeptabel und das regulatorische System gescheitert seien. Das Thema droht auch die Koalition mit den Liberaldemokraten zu spalten.

Die Presse selbst will ihre seit Jahrzehnten gehegte Selbstkontrolle bewahren und hat im Parlament emsig Lobbyarbeit geleistet. Chris Blackhurst, Chefredakteur vom “Independent”, meint: “Eins der Dinge, die unserer Gesellschaft lieb und teuer sind, ist die Pressefreiheit. Dafür haben wir jahrelang gekämpft, und dafür kämpfen heute noch viele in anderen Ländern. Der Gedanke, dass der Staat irgendeine Kontrolle oder Einfluss auf die Presse hat, ist grauslich.”

Dagegen sind viele Politiker, Prominente, laut Umfragen die Bürger und vor allem die Opfer für eine stärkere Kontrolle.

Ein Jahr lang hat der Ausschuss unter einem der Toprichter Großbritanniens, Sir Brian Leveson, Medienvertreter, Politiker und Opfer der zweifelhaften bis illegalen Pressepraktiken angehört. Im Visier sind auch die Verstrickungen zwischen Presse, Polizei und Politik.