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Australien: Blutige Krebsgeschwüre sollen Raucher abschrecken

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Australien: Blutige Krebsgeschwüre sollen Raucher abschrecken

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Krebsgeschwüre, Raucherlungen, kranke Babys und erblindete Augen auf Zigarrettenpackungen sollen Raucher in Australien künftig abschrecken.
Das höchste Gericht in Canberra hatte eine Klage der Tabakindustrie gegen die neuen Verpackungsvorschriften abgelehnt. Ab Samstag sind alle Packungen zudem trist oliv, der Markenname steht ganz klein irgendwo.

Hartgesottene Raucher kostet das öffentlich keinen Huster.

Viktor el Hage:

“Was, die Verpackungen? Für mich sind das nur Bildchen, wie man sie überall findet. Die lassen mich kalt. Ich versuche ich gerade aufzuhören. Aber der einzige Grund ist meine Kleine zuhause.”

Die Regierung will mit den Horrorbildern Rauchen bei den Jungen uncool machen. Ähnliche Regeln gelten in den USA ab Herbst, in Russland ab Mai.

Tanya Plibersek, Gesundheitsministerin in Australien:

“Das Produkt ist legal. Aber es ist das einzige legale Produkt, das beim vom Hersteller empfohlenen Gebrauch die Hälfte der gewohnheitsmäßigen Verbraucher umbringt. Hätte jemand das gewusst, als Tabak zugelassen wurde, dann wäre das Produkt heute verboten.”

Auf der Welt gibt es etwa eine Milliarde Raucher. In Deutschland nimmt der Staat von ihnen jedes Jahr rund 18 Milliarden Euro ein. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind fast doppelt so hoch. Die Ukraine, Honduras und die Dominikanische Republik wollen bei der Welthandelsorganisation Beschwerde gegen die kritischen Gesetze führen – gesponsert von der Zigarettenindustrie.

Mit Reuters