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Nord-Kivu: Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt

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Nord-Kivu: Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt

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Nachdem die Rebellen der Bewegung M23 die Stadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo wieder verlassen haben, ist in der Nacht ein Flüchtlingslager von bewaffneten Kämpfern, wahrscheinlich M23-Mitgliedern, überfallen worden.
Es soll zu schlimmen Gewalttaten gekommen sein. Frauen seien vergewaltigt, Kinder verschleppt worden, so Lagerleiter Eraston Ngulu Ndibito. In das Lager Mugunga III hatten sich in den vergangenen Tagen, als die M23-Rebellen auf Goma vorrückten, 20.000 Menschen geflüchtet. Vorher waren bereits etwa 14.000 Flüchtlinge in Mugunga III.

In der 500.000 Einwohner zählenden Stadt Goma herrscht immer noch Angst. 300 Polizisten haben ihren Dienst wieder aufgenommen. UN-Blauhelme patroullieren die Straßen. Die Einwohner Gomas zeigten sich erleichtert über Abzug der Rebellen. Die Regierung in Kinshasa hat den Nachbarländern Uganda und Ruanda wiederholt vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen, um Einfluss in der Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu gewinnen. Die Gegend um den Kivu-See ist reich an Bodenschätzen.

Die M23-Rebellen waren am 20. November in Goma eingefallen. Die UN-Blauhelme leisteten den Angaben nach kaum Widerstand. Auch die Regierungssoldaten, die seit Monaten keinen Sold mehr ausgezahlt bekommen haben, hätten kaum Gegenwehr geleistet. Am Samstag zog die Regierung in Kinshasa Tausende Soldaten in der Nähe von Goma zusammen, um die Rückeroberung der Stadt vorzubereiten. Die M23-Rebellen entschieden sich daraufhin, Goma freiwillig zu verlassen.