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Slowenen haben genug von ihren Politikern

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Slowenen haben genug von ihren Politikern

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In Slowenien sind Tausende unzufriedene und politikverdrossene Bürger auf die Straße gegangen. In der zweitgrößten Stadt Sloweniens Maribor kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Hier forderten die Demonstranten den Rücktritt von Bürgermeister Franc Kangler, dem sie Korruption vorwerfen. Auch der konservative Regierungschef Janez Jansa war Zielscheibe des Protests. “Du nervst uns seit 1991” teilten sie ihm auf Plakaten mit.

Im einstigen Euromusterland wachsen die Spannungen angesichts der Wirtschaftskrise und der von der Regierung beschlossenen Sparpolitik.

Auch in der Hauptstadt Ljubljana demontrierten Tausende gegen die Politiker im Land. “Misten wir den Stall aus” forderten sie in Sprechchören.

Erst am Sonntag hatten die Slowenen einen neuen Präsidenten bestimmt. Der Sozialdemokrat Borut Pahor war mit 67 Prozent der Stimmen zum Staatschef gewählt worden. Allerdings war die Wahlbeteiligung mit 42 Prozent sehr niedrig.

Pahor rief seine Landsleute zu “Vertrauen, Respekt und Toleranz” auf. Hintergrund seines Appells sind wachsende Spannungen im Land angesichts der Wirtschaftskrise und der von der Regierung beschlossenen Sparpolitik und Reformen. Das Präsidentenamt in Slowenien beschränkt sich zwar weitgehend auf repräsentative und formelle Aufgaben, bei den anstehenden schmerzhaften wirtschaftlichen Reformen könnte Pahor aber eine wichtige Rolle spielen.