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UN-Gerichtshof zum Grenzstreit Peru vs. Chile

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UN-Gerichtshof zum Grenzstreit Peru vs. Chile

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Peruanische Fischer landen ihren Fang in Puerto Grau. Ihr Fanggebiet liegt innerhalb der 200-Seemeilen-Zone, die durch das internationale Seerechtsabkommen der Vereinten Nationen jedem Küstenstaat ein Vorrecht ein räumt bei der Ausbeutung der Meeresreichtümer direkt vor seiner Küste. Sie möchten gern weiter draußen fischen, wo mehr zu holen ist, erklärt Fischer Jose Leon. Aber dort liegt die chilenische 200-Seemeilen-Zone und in die dürfen sie nicht. Sein Kollege Luis Segura erklärt, sie hoffen jetzt auf den UN-Gerichtshof in Den Haag. Wenn der Perus Beschwerde stattgibt, bekommen sie weit größere Fanggebiete. Sie hoffen auf die sogenannte “Dreieckslösung”. Die aktuelle Seegrenze verläuft quasi als Verlängerung der Landgrenze ins Meer hinaus. Würde sie statt dessen in einem Winkel nach Süden gezogen, bekäme Peru rund 40 Quadratkilometer Pazifik mehr zur exklusiven Nutzung. Dieser ganze Streit geht zurück auf den Pazifikkrieg von 1879 bis 1883, in dem Chile jenes Gebiet besetzte, das damals Boliviens Zuang zum Meer darstellte – und dazu noch ein Stück Land von Peru. Der peruanische Regionalpolitiker Tito Chocano fürchtet soziale Unruhen, größere Konsequenzen in seiner Provinz Tacna an der Küste, falls es in Den Haag für Peru nicht nach Wunsch läuft. 2008 hatte Peru den UN-Gerichtshof angerufen, der zuständig ist für Streitigkeiten zwischen Staaten.
Perus Außenminister Rafael Roncagliolo vertritt den Standpunkt, es gebe gar keinen völkerrechtlich gültigen Grenzvertrag zwischen beiden Staaten. Die 1952 und 1954 geschlossenen Vereinbarungen seien für sein Land ohne Bedeutung, könnten nicht als Verträge anerkannt werden. Chile sieht es genau andersherum und will den status quo bewahren – hat sich aber bereiterklärt, den Richterspruch von Den Haag anzuerkennen.