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Dramatische Jugenarbeitslosigkeit in Südeuropa

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Dramatische Jugenarbeitslosigkeit in Südeuropa

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In den krisengeschüttelten Ländern Südeuropas bricht die Jugendarbeitslosigkeit alle bisher bekannten Rekorde. EU-weit hat jeder fünfte Jugendliche weder einen Arbeits- noch Ausbildungsplatz. In Spanien und Griechenland trifft diese Misere sogar jeden zweiten unter 25 Jahren. Nach neuen Plänen der EU-Kommission soll nun jeder Betroffene innerhalb von vier Monaten einen neuen Job haben oder eine Weiterbildung machen. EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor nennt sein Programm “Jugendgarantie”. In Brüssel sagte er dazu, das von ihm vorgeschlagene Netzwerk werde nicht nur der Jobsuche dienen, es werde auch die Mobilität junger Leute innerhalb der EU befördern und dabei Aus- und Weiterbildung beinhalten. Dieses von der EU-Kommission erdachte Programm werde den Jugendlichen mehr Möglichkeiten eröffnen, in einem anderen EU-Land zu arbeiten oder sich weiterzubilden und es werde damit ihre Beschäftigungschancen erhöhen.

Einerseits fehlen z.B. in Deutschland Fachkräfte, Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden. Andererseits fehlen den arbeitslosen Schulabgängern anderer Länder, die deutsche Unternehmen gern ausbilden und dann auch beschäftigen würden, die entsprechenden Sprachkenntnisse. Auch ist es mit der Bereitsschaft, sich auf eine andere Lebens- und Arbeitskultur einzulassen keineswegs so einfach, wie es nach den Worten des EU-Kommissars klingt. Zur Mobilität bereit sind vor allem junge Leute mit bester Schulbildung, die bereits Fremdsprachen gelernt und andere Länder im Schüleraustausch besucht haben. Die Problemfälle aber sind die Schulabbrecher bzw. jene mit so schlechten Kenntnissen in mehreren Fächern, dass es für eine Berufsausbildung einfach nicht reicht. Wer nicht Flächen berechnen kann, kann nicht Maler werden. Ohne Physikkenntnisse keine Informatikausbildung.

Über 35 % liegt die Arbeitslosenrate bei den 15-25jährigen in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland. Zwischen 25 und 35% liegt sie in 9 Ländern, darunter Frankreich, zweitstärkste Volkswirtschaft der Eurozone. Unter 25 % liegt sie in 5 Ländern, darunter Großbritannien, Schweden und Finnland. Nur in Deutschland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden liegt sie unter 15%. Kommen wir also zur spannenden Frage, woher der EU-Kommissar die fehlenden Arbeits- oder Ausbildungsplätze nehmen will. Zunächst einmal handelt es sich bei der “Jugendgarantie” nur um Empfehlungen. Umsetzen müssen die Staaten diese jeder für sich. In Schweden zahlt der Staat für ein ähnliches Modell pro Jahr und pro Person 6600 Euro. Die Internationale Arbeitsagentur hat errechnet, allein für die 17 Länder der Eurozone würde das 21 Milliarden Euro pro Jahr kosten.