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Mehr Briten auf Lebensmitteltafeln angewiesen

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Mehr Briten auf Lebensmitteltafeln angewiesen

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In Großbritannien sind die Lebensmitteltafeln für Bedürftige zunehmend gefragt. Diese Tafeln sind zum Beispiel auch bekannt als Tischlein deck dich; viele Briten sind inzwischen auf solche Lebensmittelspenden angewiesen.

Die Regierung ist seit längerem auf Sparkurs; der Finanzminister wird heute in einem Zwischenhaushalt möglicherweise noch weitere Maßnahmen vorlegen – Steuererhöhungen ebenso wie Sozialkürzungen.

Alle drei Tage mache eine neue Tafel auf, sagt Adrian Curtis, ein Tafelverantwortlicher. Das zeige die Größenordnung des Problems, aber es sei wohl nur die Spitze des Eisbergs.

Viele Briten kommen jetzt zum ersten Mal in eine solche Einrichtung; bisher hatten sie es nicht nötig, sich ihre Lebensmittel schenken zu lassen. Die bisherigen Kürzungen sind oft schuld, aber auch Umstellungen bei den Zahlungen, durch die das Geld auf einmal nicht pünktlich eintrifft.

“Jetzt vor Weihnachten scheint alles teurer zu werden”, meint eine Frau in der Tafel von Hammersmith und Fulham, Stadtteile von London.
“Da kommt man manchmal kaum noch mit.”

“Das ist schon erniedrigend”, sagt ein arbeitsloser Bauarbeiter hier. “Das erste Mal war ich völlig durcheinander, ich habe sogar geheult. Sowas kannte ich doch gar nicht, und die Leute hier waren so nett.”

Um die Lebensmitteltafeln zu füllen, verlässt man sich nicht mehr nur auf abendliche Reste aus den Supermärkten: Dort wird inzwischen aktiv um Spenden geworben, auch bei den Kunden. Die riesige Handelskette Tesco zum Beispiel hat am Wochenende auf jede Kundenspende noch etwas draufgelegt.