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Proteste gegen Islamisten in Ägypten

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Proteste gegen Islamisten in Ägypten

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Am Morgen nach der Großkundgebung ist es in Kairo
wieder das gewohnte Bild: Nach wie vor halten auf dem berühmten Tahrirplatz in der ägyptischen Hauptstadt die Gegner der Islamisten aus.

Gestern abend waren viele Demonstranten zum Präsidentenpalast gezogen. Auch dort hielten einige
hundert die Nacht über aus und zeigen bisher auch keine Neigung, den Ort wieder zu verlassen.

Man brauche jetzt Stabilität, sagt aber ein Mann auf dem Tahrirplatz. Vernünftige Menschen müssten sich doch zusammensetzen, besprechen, was gut für das Volk ist und es dann so machen. Alle müssten das Wohl des Landes sehen. Der Glaube, die Scharia, das sei jetzt alles nicht so wichtig: Sie seien doch schließlich alle Moslems, keine Ungläubigen.

Gestern abend war es zu Zusammenstößen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Demonstranten hatten offenbar versucht, über eine Absperrung zu gelangen.

Ihre Wut richtet sich unter anderem gegen die neue Verfassung, die in zehn Tagen dem Volk vorgelegt werden soll. Der Entwurf wurde von Islamisten beschlossen, nachdem ihre Gegner die Verfassungsversammlung boykottierten.

Dieses neue Grundgesetz gibt dem islamischen Recht eine größere Rolle. Aus Protest erschienen gestern schon einige Zeitungen nicht. Heute schließen sich diesem Protest mehrere Fernsehsender an.