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Hamas: Geschichte einer radikalen Palästinenserbewegung

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Hamas: Geschichte einer radikalen Palästinenserbewegung

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Khaled Meshaal übernahm 2004 die Führung der Hamas. Kurz zuvor war Hamas- Gründer Sheikh Yassin auf Befehl von Ariel Sharon ermordet worden.
Nur wenige Tage später wurde ein weiteres Hamas-Gründungsmitglied ermordet. Abdel Aziz Al Rantisi.
Meshaal war 31 Jahre alt, als die Hamas 1987 gegründet wurde. Gründungsvater Sheikh Yassin stammte aus der Muslimbruderschaft, die heute in Ägypten an der Macht ist. Sein Programm: Zerstörung des Staates Israel und Errichtung eines islamischen Palästinenserstaates, der das gesamte Gebiet des antiken Palästina umfasst.
Das führte zu heftigen Meinungsverschiedenheiten mit Jassir Arafat, dem Führer der zu diesem Zeitpunkt schon wesentlich pragmatischer operierenden PLO. Die Hamas verstand es sehr gut, sich durch Sozialarbeit eine Basis in der leidenden palästinensischen Bevölkerung zu schaffen.
Dann begann noch im Jahr 1987 die erste Intifada, die zur Radikalisierung der Hamas führte. Das Oslo-Friedens-Abkommen hatten die Vertreter von Arafats PLO und Israel in aller Heimlichkeit ausgehandelt. Es sollte zum ersten Ansatz für eine künftige Friedenslösung werden. Hamas aber lehnte es von Anfang an ab. Nur einen Monat nach der Unterzeichnung verübte die Hamas ihren ersten Selbstmordanschlag auf einen Bus in der Nähe einer jüdischen Siedlung im Westjordanland.
Viele weitere Anschläge dieser Art sollten folgen.
Daraufhin töteten die Israelis 2004 den Hamas-Gründer. Wie weiter? Ein Richtungswechsel? Etwa Macht durch Wahlen? Die Hamas gewann im Januar 2006 die Wahlen zum Palästinenserparlament.
Eine Regierung der nationalen Einheit wurde mit der Farah gebildet – zerbrach aber alsbald an den unterschiedlichen Zielen beider Gruppen.
Schlimmer noch – im Gazastreifen lieferten sich Fatah und Hamas einen blutigen Bruderkrieg.
Mit dem Ergebnis, dass seit 2007 die Hamas Gaza regiert und die Fatah das Westjordanland. Im März 2011 – als rundum der “arabische Frühling” erblühte, gewann auch unter Palästinensern beider Fraktionen der Wille nach Gemeinsamkeit neue Kraft. Es gab große Demonstrationen für eine Aussöhnung der palästinensischen Brüder. Es folgten Versöhnungstreffen, eine Vereinbarung wurde unterzeichnet, dann von einem Teil der Hamas wieder abgelehnt. Was wird der Besuch von Meshaal in Gaza bringen? Versöhnung oder neuen Streit?