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Gewitterwolken über dem UN-Klimagipfel in Doha

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Gewitterwolken über dem UN-Klimagipfel in Doha

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Der UN-Klimagipfel in Doha droht nach Angaben von Teilnehmern zu scheitern. Ursprünglich sollte der Gipfel am Freitagabend enden, dann haben die Minister eine Nachtschicht eingelegt.

Die Lage ist brisant:
Vor allem die Entwicklungsländer sind unzufrieden mit den bisherigen Finanzzusagen für die Anpassung an den Klimawandel. Noch ist unklar, wie bis 2020 die geplante Summe von 100 Milliarden Dollar jährlich für Klimahilfen zusammenkommen soll.

Connie Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimaschutz:

“Das kann doch nicht so weitergehen. Eine kleine Gruppe von Europäern und noch ein paar andere sollen sich verpflichten. Die anderen machen etwas oder auch nicht, wie es ihnen passt.”

Völlig offen ist, ob und wie das Kyoto-Protokoll über verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen ab 2013 weitergelten kann.

Liz Gallagher, Nichtregierungsorganisation CAN:

“Das Ergebnis? Wir hoffen, dass die Maschine die nächsten vier Jahre weiterläuft und bis
2015 ein globaler Klimavertrag ausgearbeitet ist.”

Einem Beschlusspaket müssten in Doha am Ende alle 194 beteiligten Staaten zustimmen.

Dabei hängt von der Finanzfrage auch eine geplante Fortsetzung des Kyoto-Protokolls ab.

Ohnehin würden sich bei Kyoto II nur Länder zu
neuen Klimazielen verpflichten, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausstoßen.

2011 erreichten die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen einen neuen Höchstwert. Die bisherigen Minderungszusagen werden nicht ausreichen, um die Erwärmung der Erdatmosphäre auf das international anerkannte Zwei-Grad-Ziel zu begrenzen.

Mit dpa, Reuters, AFP