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EU zwischen ihrem "größten Erfolg" und massiver Kritik

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EU zwischen ihrem "größten Erfolg" und massiver Kritik

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Kurz vor der Verleihung des Friedensnobelpreises wächst die Kritik am diesjährigen Gewinner, der Europäischen Union.

Während neue Proteste aufflammten, bemühten sich die EU-Repräsentanten, trotz Krisenstimmung optimistisch in die Zukunft zu blicken. Die EU bekommt den Preis für ihr Bemühen, Europa zu einen.

Sie seien nach Oslo gekommen, um ihren größten Erfolg zu feiern: Wie Europa von einem Kontinent des Kriegs zu einem Kontinent des Friedens wurde, erklärt EU-Ratspräsident Herman van Rompuy: “Nur fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg haben zwei rivalisierende Staaten entschieden, den Lauf der Geschichte zu ändern. Aus Feinden wurden Partner,” so van Rompuy weiter.

Das überzeugte die mehreren hundert Demonstranten jedoch nicht, die in Oslo gegen die Entscheidung des Komitees protestierten. Kritik kam auch von früheren Friedensnobelpreisträgern wie Desmond Tutu.

Odd Brunland, ein Demonstrant in Oslo, warf der EU vor, Waffen zu verkaufen, undemokratisch zu sein und die Menschen in Griechenland schlecht zu behandeln.

“Ich bin mit ihrem Vorgehen in der Finanzkrise nicht einverstanden. Es macht mich sehr, sehr wütend, dass sie den Friedensnobelpreis bekommen. Das ist ein Schlag ins Gesicht für all jene, die in Griechenland leiden,” meint Haldis Grevett.

Eine ähnlich starke Kritik hatte die Entscheidung des Komitees ausgelöst, als es den Friedensnobelpreis 2009 an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama verlieh, als er erst kurz im Amt war.