Eilmeldung

Eilmeldung

Rekordstrafe für HSBC wegen Geldwäsche

Sie lesen gerade:

Rekordstrafe für HSBC wegen Geldwäsche

Schriftgrösse Aa Aa

Die britische Großbank HSBC muss die höchste Strafe zahlen, die je ein Unternehmen für Geldwäsche-Vorwürfe aufwenden musste. Auf gut 1,5 Milliarden Euro haben sich die US-Behörden mit der Bank geeinigt, um den Skandal beizulegen.
Die USA hatten HSBC vorgeworfen, über Jahre hinweg Geldwäsche unterstützt zu haben.

Erst am Montag einigte sich Konkurrent Standard
Chartered wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran mit der US-Notenbank Fed und drei weiteren US-Behörden auf die Zahlung von weiteren 252 Millionen Euro. bereits im Sommer hatte die Bank 264 Millionen Euro an die New Yorker Bankenaufsicht überwiesen.

Im vergangenen Juli hatte ein Bericht im US-Senat die dunklen Praktiken von HSBC angeprangert. Die Bank hatte daraufhin Konsequenzen gezogen, sich öffentlich entschuldigt und ihren Chefaufseher für Unternehmenskultur, David Bagley, zum Rücktritt aufgefordert. Filialen der Bank sollen aus Ländern wie Mexiko, dem Iran und Saudi-Arabien Milliarden in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Finanzierern des Terrorismus in die Hände
gespielt haben.

Konkret geht es um geheime Transaktionen in Höhe von zwölf Milliarden Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren mit dem Iran und um Drogengelder in Höhe von fünf Milliarden Euro, die zwischen 2007 und 2008 über eine mexikanische Filiale abgewickelt sein worden sollen. Standard Chartered soll zwischen 2001 und 2007 Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Das Volumen: 192 Milliarden Euro.

Erst kürzlich hatte HSBC seine Provisionen in den USA um mehr als eine Milliarde Euro erhöht, um eventuelle Strafen zahlen zu können. Am Markt wurde die Rekord-Strafe relativ gelassen aufgenommen. Die HSBC-Aktie gab am Vormittag um lediglich 0,3 Prozent nach. Es handle sich schon um eine hohe Summe, sagt Francis Lun von der Lyncean Holding. Das sei immerhin ein Viertel des Gewinns, HSBC müsse also Dividenden zusammenstreichen und Kosten kürzen. Aber das werde die Bank nicht kaputt machen und genau darum gehe es.

Standard Chartered und HSBC entgehen nun zwar einem Entzug der Banklizenz in den USA. Die US-Behörden werden die Institute aber verstärkt kontrollieren. Der Londoner Analyst Alastair McCaig meint, finanziell sei der Schaden wohl zu tragen. Es werde allerdings Zeit brauchen, bis die Banken ihren guten Ruf zurückeroberten.

Die USA sorgen sich, dass der Iran sein Atom- und
Raketenprogramm mit den transferierten Geldern finanziert. Bis 2008 gab es ein Schlupfloch bei den US-Sanktionen, das es Nicht-US-Banken ermöglichte, Geschäfte mit iranischen
Finanzhäusern und Unternehmen zu machen.
Die Ermittler müssen nun prüfen, inwiefern die Banken trotzdem gegen US-Gesetze verstoßen haben.