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Rücktritt von Malis Premier: Staatsstreich oder Eigeninitiative?

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Rücktritt von Malis Premier: Staatsstreich oder Eigeninitiative?

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Der Ministerpräsident der Krisenregion Mali Cheick Modibo Diarra ist zusammen mit der gesamten Regierung zurückgetreten. Sein Nachfolger soll in Kürze ernannt werden.
Zuvor sollen Soldaten Diarra bei dem Versuch festgenommen haben, nach Frankreich zu fliehen. Diese gehören zu einer einflussreichen Gruppe, die in Mali in einen Militärputsch verwickelt war.
Unklar blieb, ob Diarra zum Rücktritt gezwungen wurde. Seinen Angaben zu Folge handele es sich nicht um einen Staatsstreich. Eine Stellungnahme des Präsidenten gibt es nicht.

Diarra gilt als Befürworter eines militärischen Einsatzes im Norden des Landes, den Islamisten und Tuareg-Rebellen unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Gegen sie will die Westafrikanische Wirtschatsgemeinschaft eingreifen. 3300 Soldaten sollen Malis Streitkräfte im Kampf gegen die Islamisten unterstützen. Das Ausland befürchtet, Mali könnte zum neuen Schlupfloch internationaler Terroristen und des organisierten Verbrechens werden.

Das Vorhaben dürfte sich durch Diarras Rücktritt jedoch verkomplizieren. Im Gegensatz zum früheren Regierungschef sind viele einflussreiche Politiker in Mali gegen einen durch das Ausland unterstützten Militäreinsatz.