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UNO kritisiert Afghanistan wegen mangelnder Frauenrechte

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UNO kritisiert Afghanistan wegen mangelnder Frauenrechte

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Rund zwei Jahre vor dem geplanten Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan hat sich die Lage der Frauen in dem Land vielerorts kaum gebessert. Nach wie vor werden etwa vermeintliche Ehebrecherinnen gesteinigt, andere Frauen werden erschossen oder mit Säure übergossen. Die UNO hat nun die Regierung in Kabul heftig für die Zustände kritisiert und gefordert, ein Gesetz, das die Gewalt gegen Frauen verbietet, endlich anzuwenden.

Georgette Gagnon (UNAMA): “Es ist wichtig festzuhalten, dass die Gewalt gegen Frauen nach wie vor viel zu selten gemeldet wird aufgrund kultureller Zwänge, sozialer Normen und Tabus, es sind althergebrachter Verhaltensweisen der Diskriminierung von Frauen. Hinzu kommt, dass die vorherrschende Unsicherheit und ein schwacher Rechtsstaat Frauen den Rechtsweg enorm erschweren.”

Seit dem Fall der Taliban 2001 haben Frauen zwar einige Rechte zurückerhalten, doch viele werfen Präsident Hamid Karsai vor, er unternehme zu wenig für die Frauen.

“Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Besonders in den Provinzen ist die Lage schlimm. Frauen zünden sich selbst an, das muss aufhören. Wenn die Lage für Frauen so bleibt, dann wird es nach dem Nato-Abzug 2014 noch schlimmer.”

“Ich hoffe, die internationale Gemeinschaft achtet sehr genau auf die Lage der Frauen in Afghanistan. Wie haben Frauen unterrichtet, die zu Hause eingesperrt sind. Ich wünsche, dass diese Frauen gerettet werden, die von ihren Familien eingesperrt, gefoltert und geschlagen werden.”

Erst am Montag hatten Unbekannte eine hochrangige Frauenbeauftragte in der Provinz Laghman erschossen, die das Amt erst vor fünf Monaten von ihrer ebenfalls ermordeten Vorgängerin übernommen hatte.