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Iranische Menschenrechtsaktivisten erhalten Sacharow-Preis

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Iranische Menschenrechtsaktivisten erhalten Sacharow-Preis

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Das Europaparlament hat zwei iranischen Friedensaktivisten in Abwesenheit den Sacharow-Preis verliehen. Die Anwältin Nasrin Sotudeh ist inhaftiert und der Filmemacher Jafar Panahi steht faktisch unter Hausarrest. Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte den Mut der beiden Aktivisten und forderte die Behörden im Iran auf,
Sotudeh bedingungslos freizulassen.

An Stelle der beiden Aktivisten sprachen die Friedensnobelpreisträgerin 2003, Shirin Ebadi, und der griechische Filmregisseur Costa-Gavras.
Ebadi sagte, die zwei leeren Stühle seien ein Symbol für den Umgang des iranischen Regimes mit den eigenen Bürgern. Es regiere seit mehr als 30 Jahren, indem es die Menschen unterdrücke.

Der Sacharow-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 1988 vergeben. Nasrin Sotudeh hat sich im Iran als Feministin und Menschenrechtlerin sowie
besonders als Anwältin von Regimekritikern viele Feinde gemacht. Sie wurde wegen angeblicher Propaganda gegen das Establishment zu elf Jahren Haft verurteilt.

Dschafar Panahi gehörte lange Jahre zu den Starregisseuren im Iran und erhielt zahlreiche internationale Auszeichungen. Bei der
Präsidentschaftswahl 2009 stellte er sich hinter die Opposition. Panahi wurde verhaftet und wegen
angeblicher Propaganda gegen die islamische Führung zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Außerdem erhielt er ein 20-jähriges Berufs- und Reiseverbot.