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Aidsvirus hilft bei Behandlung von Leukämie

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Aidsvirus hilft bei Behandlung von Leukämie

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Für die siebenjährige Emily Whitehead ist es wie ein Wunder. An akuter Lymphatischer
Leukämie erkrankt, konnte sie durch eine neuartige Behandlungsmethode gerettet werden, dank genetisch veränderter HI-Viren. Emilys Eltern sahen in der experimentellen Therapie die letzte Chance.
“Wir hatten 48 Stunden Zeit für eine Entscheidung, sonst drohte ein Organversagen. Nach zwei schlaflosen Nächten standen wir hier,” erklärt Tom Whitehead.
Bei der Behandlung wurde eine deaktivierte Form des AIDS-Virus verwendet, um die T-Zellen des Mädchens im Labor gentechnisch zu verändern und anschließend wieder in den Körper einzuschleusen.
Die T-Zellen, die im Körper der Immunabwehr dienen, wurden so gestärkt, dass sie in der Lage waren, die aggressive Leukämie zu bekämpfen. Nach zwei erfolglosen Chemotherapien bei Emily griffen die Ärzte zu der neuen Methode, die zuvor erst an wenigen Menschen ausprobiert worden war.
Nach einer ersten äußerst kritischen Phase unmittelbar nach der Behandlung, ging es dem Mädchen besser. Inzwischen ist Emily den Ärzten zufolge frei von Krebszellen. “Wir haben sie drei und sechs Monate nach der Therapie untersucht, die hat keinerlei Krankheitssymptome”, erklärt Stephen Grupp vom Children’s Hospital of Philadelphia.
Emily lebt heute wieder ganz normal, geht zur Schule und fühlt sich nach eigenem Bekunden wohl.
Ein anderes Kind, bei dem die T-Zellen-Behandlung ebenfalls angewendet wurde, erlitt dagegen einen Rückfall. Auch über Emilys Zustand äußern sich die Ärzte vorsichtig. Ob sie geheilt ist, wird sich erst in einigen Jahren zeigen.