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Puccinis Mädchen aus dem goldenen Westen in Monte Carlo

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Puccinis Mädchen aus dem goldenen Westen in Monte Carlo

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Das Opernhaus von Monte Carlo hat seine neue Saison mit einem der am wenigsten bekannten Werke Giacomo Puccinis eröffnet, einem musikalisch besonders komplexen Werk: Das Mädchen aus dem Goldenen Westen.

Die amerikanische Sopranistin Meagan Miller, deren internationale Karriere längst im Gange ist, hatte die Hauptrolle. Das Mädchen Minnie, das sie spielt und singt, ist schlau, romantisch und tapfer zugleich:

“Sie lebt in dieser Stadt mit allen diesen Männern, die in sie verliebt sind, und irgendwie gelingt es ihr, sie in diesem Gefühlszustand zu halten, ohne sie jemals zu küssen. Sie ist sehr schlau und lässt sich nicht unterkriegen.”

Der Dirigent Pinchas Steinberg sagt über dieses Werk Puccinis:

“Das ist eine sehr gefährliche Oper. Sänger sagen mir: Maestro, das Orchester ist so laut, man hört nie die Stimmen. Das liegt zum Teil daran, wie Puccini sie komponiert hat. Er will die Hörner mit den Glocken fortississimo, so laut wie möglich, aber kein Sänger in der Welt kommt dagegen an.
Man muss also wissen, was er sich vorgestellt hat, und wie man das umsetzen sollte.”

Jean-Louis Grinda ist Direktor der Oper von Monte Carlo:

“Dies ist die erste Oper, die jemals für die New Yorker Metropolitan geschrieben wurde. Wir sind im Jahre 1910, als jeder einen nahen oder entfernten Verwandten oder Bekannten in New York hatte, der vom Goldrausch erfasst war, von der Eroberung des Westens, der dieses Abenteuer also kannte. Puccini komponierte etwas völlig neues für die Neue Welt. Er gab Amerika seine erste nationale Oper, ein Nationalepos als Bühnenstück mit Musik.”

Die Figur der Minnie entwickelt sich im Verlauf der Oper: Sie wird sich in Ramerrez den Banditen verlieben und zum ersten Mal geküsst werden.
Dann wird sie sich betrogen fühlen – und dennoch ihren Mann mit allen ihren Mitteln verteidigen und retten. Meagan Miller fühlt sich in der Rolle wohl:

“Die Figuren haben … so eine Art Größe und Weite, – was mir gut passt. Als ich fünf oder sechs war, sagte ich allen: Wenn ich groß bin, werde ich Präsident! Ich lebte in einer übergroßen Traumwelt von Anfang an!”

“Sie beobachtet die Leute wirklich gut. Sie kennt Sheriff Jack Rance und weiß, dass er einem Poker-Spiel nicht widerstehen kann. Sie wickelt ihn um den Finger. Und sie betrügt auch, das macht ihr nichts aus. Sie tut alles, was nötig ist, um durchzukommen. Und das habe ich auch in mir … nur nicht den betrügerischen Teil!”

Dirigent Steinberg ist begeistert von dieser Oper:

“Das Orchester ist hier wirklich tonangebend. Puccini selbst hat gesagt: Ich habe genug von den Butterflys, von den Toscas und den Bohèmes. Ich mache jetzt etwas anderes. Es ist wirklich ein symphonisches Stück mit Stimmen. Und ich persönlich halte es für Puccinis Meisterwerk.”

Wenn Sie weitere Auszüge aus der Begegnung mit Jean-Louis Grinda, dem Direktor der Oper von Monte Carlo entdecken wollen, klicken Sie auf den folgenden Link:
http://fr.euronews.com/2012/12/13/interview-bonus-jean-louis-grinda