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Fernsehbildröhren zu Keramikfliesen

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Fernsehbildröhren zu Keramikfliesen

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Viele elektrische Haushaltsgeräte werden als Elektroschrott entsorgt, auch Fernsehapparate. Deren Überreste enthalten umweltschädliche Stoffe. Ein Projekt in Italien macht daraus schöne Keramikfliesen. So setzen sich einige italienische Unternehmen gegen die Wirtschaftskrise zur Wehr.

Relight widmet sich der Verwertung von Elektroschrott seit der Gründung 1999. Und seitdem hat das Unternehmen seine Betriebsfläche mehr als verzehnfacht. Siebzig Mitarbeiter sind hier beschäftigt, im Bereich der Verwaltung fast nur Frauen. Das Unternehmen wird auch von einer Frau geführt, Bibiana Ferrari:

“Die Lebensdauer dieser Produkte wird immer kürzer. Also müssen immer mehr als Schrott entsorgt werden. Man sollte möglichst viel Material wiederverwerten. Durch Recycling erhalten manche dieser Stoffe ein zweites Leben. “

Relight gehört zu einer Gruppe von Betrieben, die die Glasoberflächen alter Fernsehbildröhren verwerten – im Rahmen des Glassplus-Projekts, das von der Europäischen Kommission unterstützt wird. Das Glas alter Fernsehapparate wird zerkleinert und von Keramikbetrieben verwendet.
Relight erreicht damit einen Jahresumsatz von acht Millionen Euro.

“Alle diese Aktivitäten sind wirtschaftlich tragfähig,” betont die Chefin. “Dies ist ein profitables Unternehmen. Mein Betrieb erarbeitet einen Gewinn. Wir schaffen Arbeitsplätze. Es ist ein selbsttragendes System.”

Die Masse, aus der Keramik-Fliesen hergestellt werden, besteht zu zwanzig Prozent aus Recycling-Glass, oder bildhafter gesagt: 30 Fernsehapparate ergeben 70 Quadratmeter Bodenfliesen. Das Glassplus-Projekt hat bisher 10.000 Tonnen Fernseher verarbeitet. Projekt-Koordinator Davide Carra sagt:

“Bis heute haben wir 500.000 Quadratmeter Keramikfliesen in dieser Weise hergestellt. Das heißt, wir haben 2.500 Tonnen Glass von alten Fernsehapparaten wiederverwendet.”

Durch die Verwendung von Altglas hat der Keramikbetrieb Refin seine Abhängigkeit von bestimmten Rohstoffen verringert, die überwiegend importiert werden müssen. Außerdem schützt der Betrieb auf diese Weise die Umwelt, und entsprechende Zertifikate erschließen neue Märkte. Refin-Chef Arnold Stabinger sagt:

“Diese Produktion ist für uns sehr wichtig, denn unsere Marktstrategie orientiert sich an Innovation, hoher Qualität und Design.”

Die drei Schlüssel zum Erfolg auf diesem Gebiet sind:

Konzentration auf Forschung und Entwicklung, geringer Energieverbrauch und hohe Umweltfreundlichkeit sowie die Fähigkeit, den Schrott so aufzubereiten, wie es die Industrie verlangt.