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Ägypten: Amr Moussa im Gespräch mit Euronews

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Ägypten: Amr Moussa im Gespräch mit Euronews

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Die Opposition in Ägypten hat für Dienstag zu einer Demonstration gegen die Verfassung aufgerufen. Euronews-Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim hatte die Chance mit einem der führenden Oppositionspolitiker des Landes zu sprechen:
Amr Moussa. Er war zehn Jahre lang Generalsekretär der Arabischen Liga.

Warum geben sie Präsident Mursi nicht die Möglichkeit seine Politik umzusetzen?

Wir sind doch dazu bereit. Das ist sein Recht. Er ist der gewählte Präsident. Wir stimmen bloß nicht mit seinem Programm überein. Wir haben die neue Verfassung nicht geschrieben. Das war er. Wir sind normale Bürger, die in Parteien versammelt sind, er ist der Präsident, der die Entscheidungen trifft. Wir stellen seine Autorität nicht in Zweifel. Wir vertreten nur eine andere Politik als er. Wir wollen ihn auch nicht stürzen. Wir sind bereit dabei zu helfen, den demokratischen Prozess voranzutreiben. Ob der Präsident ein Muslimbruder ist oder nicht, spielt keine Rolle.

Sie haben das Referendum über die Verfassung abgelehnt. Aber ein Großteil der Opposition hat sich an der Abstimmung beteiligt, richtig?

Ich gehöre zu denen, die das Referendum abgelehnt haben, ja. Wir hatten zwei Möglichkeiten. Entweder, die Abstimmung zu boykottieren, oder mit “Nein” zu stimmen. Das habe ich auch getan. Die Mehrheit der Opposition hat sich dazu entschieden, sich an der Wahl zu beteiligen. Sich daran zu beteiligen ist ein wichtiger Bestandteil für den Aufbau einer Demokratie, wie wir sie in Ägypten brauchen. Das sind die Regeln in diesem Spiel, oder? Aber sollte die Opposition noch einmal in die Ecke gedrängt werden, oder falls die Regierung Maßnahmen ergreift, die die Mehrheit der Ägypter als schädlich ansieht, so wie diesen Verfassungsentwurf, dann werden wir energischer reagieren. Ich hoffe, jeder hat das verstanden, denn Ägypten kann sich so etwas nicht leisten.