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Droht ein Generationenkonflikt?
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Das Leben eines jungen Menschen ist voller Extreme. Technologie erleichtert ihnen das Leben mit einem Knopfdruck, aber ein Arbeitsplatz und ein eigenes Dach über dem Kopf sind anscheinend nicht mehr so leicht zu finden wie in früheren Zeiten.

Der Abstand zwischen Jung und Alt wird größer. Im Vergleich mit früheren Generationen sind junge Leute heute eher arbeitslos oder haben befristete Jobs und ein kleineres Einkommen. Steht uns ein Generationenkonflikt bevor?

Diese jungen Leute aus verschiedenen Ländern haben vielleicht eine Antwort. Sie wollen in Paris einen Film zeigen – über Familien und Generationen. Um den Film zu drehen, haben sie eine große Menge Archivmaterial gesammelt, in verschiedenen europäischen Städten. Haben diese Portraits der Vergangenheit eine Bedeutung für die heutige Jugend? Dazu sagt Carina Engenheiro aus Portugal:

“Im Vergleich mit früheren Generationen wie der meiner Eltern glaube ich, dass das Leben damals leichter war. … Ich frage mich immer: Werde ich eine Familie haben können? Werde ich Kinder aufziehen können, und ein Haus haben?”

Und Ernestine Cissé aus Frankreich meint:

“Ich glaube, die neue Generation hat es schwerer. Wenn wir mit der Schule fertig sind, haben wir Probleme, eine Arbeit zu finden. Wir sind dann entweder zu gut ausgebildet, oder zu wenig, und all das hat natürlich Folgen für unser Leben und unsere Selbständigkeit.”

Das Verhältnis zwischen den Generationen ist ein Thema, mit dem sich der französische Soziologe Denis Monneuse beschäftigt. Er will “die jungen Leute den älteren erklären”; so lautet auch der Titel seines neuen Buches.

“Ich glaube nicht, dass es einen Generationen-konflikt in der Gesellschaft gibt, denn in den Familien helfen sich die Menschen gegenseitig.

Was wir in der Wirtschaft sehen, ist nicht so sehr Konflikt als vielmehr Wettbewerb. Ältere bemerken mitunter, das junge Leute mit vielen neuen Fertigkeiten auf den Arbeitsmarkt kommen, etwa mit Englischkenntnissen oder Computerfertigkeiten. Deshalb fühlen sich einige ältere Leute durch die jüngeren bedroht.”

Bei der Arbeit an dem Film ging es weniger um Wettbewerb als um Zusammenarbeit der Generationen. Die vier jungen Leute arbeiteten mit einem Team von dreißig Leuten unterschiedlichen Alters.

Das Projekt wurde von “Grundtvig” gefördert,
einen Programm der Europäischen Kommission.
Es fördert praktische und alternative Bildung und Lernerfahrungen über Ländergrenzen hinweg.

Der Franzose Pierre Feunteun, der ebenfalls an dem Film mitgearbeitet hat, sagt:

“Auch die ältere Generation leidet, denn sie sieht die Probleme der jungen Leute und fragt sich: Wird das auch mit uns geschehen? Werden wir auch so kämpfen müssen. Die Zeiten des Nachkriegs-Wohlstands sind vorbei. Wenn ich meine Arbeit verliere, werde ich eine andere finden?”

Erstmals ist dieser europäische Kollektiv-Film bei einem Festival gezeigt worden: “Rotes Glück” hatte seine Premiere beim Familienfilmfestival in Saint-Ouen bei Paris. Die Idee, einen Film mit verschiedenen Generationen zu drehen, kam von dem französischen Regisseur Julien Lahmi. Er hat das Projekt betreut.

“Wenn wir junge Leute auffordern, über ihr Leben zu sprechen, ist das etwas brutal. Es fällt ihnen schwer. Aber wenn sie das tun können, indem sie über das Leben anderer Menschen sprechen, kann es zu einem Dialog kommen. Und die jungen Leute, die heute Probleme haben, können von früheren Generationen viel lernen. Ich glaube nicht, dass die Jungen auf die Älteren eifersüchtig sind. Ich sehe keinen Konflikt zwischen Alt und Jung ….”

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