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Malala Yousafzai: Das Mädchen, das es mit den Taliban aufnimmt

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Malala Yousafzai: Das Mädchen, das es mit den Taliban aufnimmt

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Sowohl die Redaktion als auch die Zuschauer von euronews sind sich einig darin, wer für sie die Person des Jahres 2012 ist. Es ist weder ein Präsident oder Politiker, noch ist es ein reicher Wohltäter, ein Wissenschaftler, Sportler oder eine sonstige Berühmtheit.

Die euronews-Person des Jahres 2012 ist ein 15jähriges Mädchen aus Pakistan, das sich mit enormem Mut gegen die verbrecherischen Umtriebe der Taliban wehrt. Am 9. Oktober wurde Malala Yousafzai schlagartig in der ganzen Welt bekannt, als ein Taliban ihr in den Kopf schoss. Sie überlebte.

Dass sie Ziel des Anschlags wurde, ist leider keine echte Überraschung. Denn die islamistischen Extremisten machen gerne kurzen Prozess mit jenen, die sich gegen das unterdrückerische, von der Scharia geprägte System der Taliban stellen.

Malalas Geschichte nahm vor mehr als drei Jahren ihren Anfang. 2009, Malala war gerade mal 11 Jahre alt, da schrieb sie einen anonymen Blog für die BBC, in dem sie für das Recht von Mädchen und Frauen auf Bildung eintrat – etwas, das die Taliban in den von ihnen kontrollierten Gebieten Pakistans verbieten.

Schon bald kam ihre Identität ans Licht, gleichzeitig fand sie in den internationalen Medien zunehmend Beachtung. Unterstützt wurden sie von ihrem Vater Zlauddin. Ihre Bemühungen um Bildung für Mädchen im Swat Tal, wo sie lebt, brachten ihr die Anerkennung der internationalen Gemeinschaft. 2011 wurde sie mit Pakistans Nationalem Jugendfriedenspreis ausgezeichnet, der inzwischen ihren Namen trägt. Außerdem wurde sie von Erzbischof Desmond Tutu für den internationalen Kinderfriedenspreis vorgeschlagen.

Doch nicht nur ihr Ansehen in der Welt wuchs, sondern auch die Gefahr durch jene, deren Vorgehen sie anprangerte. Schon bald erhielt Malala die ersten Morddrohungen.

Am 9. Oktober dieses Jahres hielten zwei Männer den Bus, in dem Malala von der Schule nach Hause fuhr, an. Einer der Islamisten stieg ein und fragte, wer Malala sei. Dann schoss er, dreimal. Eine Kugel durchschlug den Schädelknochen des Mädchens und streifte ihr Gehirn. Die Taliban bekannten sich zu dem Attentat. Sie sagten, es sei eine „Strafe für die Verbreitung säkularer Gedanken.“ Und sie wiederholten ihre Absicht, Malala und ihren Vater umbringen zu wollen.

Malala ist in einem britischen Krankenhaus, die Ärzte sagen, sie solle sich vollkommen erholen, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrt. Jüngst war Pakistans Präsident Asif Ali Zardari bei ihr zu Besuch. Er sagte, Malala stehe für die Kräfte des Friedens in seinem Land. Die Vereinten Nationen kündigten nun an, dass der 10. November zum Malala-Tag erklärt wird. Zahlreiche Menschen auf der ganzen Welt haben sie für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Malala Yousafzai wurde von mehr als der Hälfte der euronews-Journalisten (52 Prozent) und von 26 Prozent der Besucher unserer Website euronews.com zur Person des Jahres gewählt.