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Pfiffe und Steinwürfe bei Revolutionsfeier für Marzouki

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Pfiffe und Steinwürfe bei Revolutionsfeier für Marzouki

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Anlässlich des zweiten Jahrestages des Beginns der Revolution in Tunesien ist Präsident Moncef Marzouki in Sidi Bouzid ausgepfiffen worden. Rund 5000 Tunesier waren auf dem zentralen Platz der Stadt zusammengekommen, in der sich am 17. Dezember 2010 Mohammed Bouazizi aus Verzweiflung in Brand gesetzt hatte. Präsident Marzouki wurde während seiner Rede ausgepfiffen, es flogen Steine.

Er forderte die Tunesier auf, geduldig zu sein. Er höre die Wut der Leute. Das sei verständlich, denn die Hauptziele der Revolution seien noch nicht erreicht, wie etwa due Bestrafung der korrupten Leute des alten Regimes. Die Bevölkerung fühlt sich von der von Islamisten dominierten Politik im Stich gelassen. Noch immer herrscht in vielen Regionen hohe Arbeitslosigkeit und Armut.

Der Arabische Frühling begann in Tunesien. Als im Januar 2011 der Autokrat Zine El Abidine Ben Ali stürzte, beflügelte der Umbruch auch die Freiheitsbestre­bungen der arabischen Nachbarn. Im Oktober hielten die Tunesier erstmals freie Wahlen ab. Klarer Sieger wurde die islamistische Ennahda-Partei. Auch kürzlich kam es bei Demonstrationen in Tunesien wieder zu Auseinandersetzungen. Dabei wurden mehr als 300 Menschen verletzt worden. Präsident Marzouki forderte daraufhin einen Regierungswechsel. Ministerpräsident Hamadi Jebali von der Ennahda-Partei solle eine neue, kleinere Regierung bilden, wie es hiess, “mit kompetenten Technokraten, und nicht auf der Grundlage politischer Fraktionen”.