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Streit um Depardieu und Strauss-Kahn


Kultur

Streit um Depardieu und Strauss-Kahn

Das Pariser Hotel de Chambon, ein 1800 Quadratmeter großes Luxusquartier in bester Lage, steht zum Verkauf. 20 Zimmer hat das Anwesen, einen hübschen Garten und einen illustren Besitzer, den französischen Filmstar Gérard Depardieu. Den genauen Preis will der Immobilienmakler Charles-Marie Jottras nicht verraten. “In den Medien war von über 50 Millionen Euro die Rede. Das kommentierten wir nicht. Aber der Preis liegt über 50 Millionen, eindeutig.”
Depardieu ist nicht nur Kultschauspieler, sondern auch Investor und Geschäftsmann. Um der neuen Vermögensteuer in Frankreich zu entrinnen, hat er sein Domizil ins belgische Exil verlegt. Die Entscheidung sorgte in Frankreich für eine große Kontroverse und wurde vom französischen Regierungs-Chef Jean-Marc Ayrault als “erbärmlich” bezeichnet. Depardieu drohte daraufhin damit,
dass er seinen Pass abgeben werde.
Das Schwergewicht des französischen Films hat nach eigenen Angaben seit Beginn seines Berufslebens insgesamt 145 Millionen Euro Steuern gezahlt. Wie viel er in diesem Zeitraum verdiente, verrät der berühmte Obelix-Darsteller nicht.
Um eine andere Affäre, die in jüngster Vergangenheit die französische Öffentlichkeit erschütterte, geht es in dem Theaterstück “Suite 2806”, den Vergewaltigungsskandal um den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn.
Mitte Mai 2011 wurde er wegen der angeblichen Vergewaltigung des Zimmermädchens Nafissatou Diallo angeklagt. Der Fall wurde inzwischen außergerichtlich geregelt. Über die Summe, die dabei gezahlt wurde, schweigen beide Parteien.

Das Stück im Pariser Théâtrê Daunou stellt die Frage: Was geschah wirklich im New Yorker Hotel Sofitel, in Zimmer 2806?

“Ich wollte keine Komödie über diesen Fall auf die Bühne bringen”, sagt Regisseur Philippe Hersen. Es ist eine Moralstudie über Sexbesessenheit, Macht und Geld, eine wahre Geschichte, die sich einfach in ein Theaterstück umwandeln ließ.”

Das Boulevard-Stück über den IWF-Chef und das Zimmermädchen steht bis zum 19. Januar auf dem Spielplan des Pariser Théâtre Daunou.

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