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Bedienung durch Gedankenkraft

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Bedienung durch Gedankenkraft

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“Wir haben eine sogenannte Gehirn-Computer-Schnittstelle entwickelt, die es ermöglicht verschiedene Programme, Systeme und Dienste alleine mit der Macht der Gedanken zu kontrollieren”, erklärt Christoph Hintermüller von g.tec Guger Technologies.

Das österreichische Unternehmen hat ein Gerät entwickelt, das Gedanken lesen kann. Das System ist in erster Linie als Hilfsmittel für körperlich behinderte Menschen bestimmt. Kernstück ist eine Elektrodenkappe, die Gehirnströme in elektronische Befehle umsetzt. Christoph Hintermüller erläutert:“Eine Hirn-Computer-Schnittstelle zeichnet verschiedene elektrische Impulse vom Kopf des Nutzers auf und wandelt diese in die vom Nutzer ausgewählten oder gewünschten Aktionen und Befehle um.”

Auf diese Weise kann man zum Beispiel online Computerspiele bedienen, freihändig, durch einen einfachen Blick auf den blinkenden Pfeil auf dem Bildschirm. Das flackernde Licht wird vom Kortex registriert und von den Elektroden abgelesen.

Arnau Espinosa: “Sobald wir die von den Neuronen im Gehirn produzierten elektroenzephalografischen Muster verstanden haben, können wir die Gehirnaktivität in Bedienungsbefehle für alle erdenkbaren elektrischen Geräte umwandeln, vom Fernseher bis zum elektronisch vernetzten Haus”.
Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts wurde die Technologie im Smart Home getestet. Ergebnis: Der User kontrolliert unterschiedliche Bildschirmmenüs, indem er seine Aufmerksamkeit auf einen der Befehle richtet. Auf diese Weise können auch Menschen mit starker körperlicher Behinderung Textbotschaften bei sozialen Netzwerken im Internet hinterlassen. Künftig könnte man mit dem System sogar Assistenzroboter und elektrische Rollstühle auf Distanz bedienen.

Christoph Hintermüller: “Weiterentwicklungen oder zukünftig geplante Entwicklungen sind die vereinfachten Integrationen in bestehende Systeme und Programme, aber auch die Verwendung weiterer elektrischer und mechanischer Signale vom Körper, um das System besser an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Patienten oder Nutzers anpassen zu können, damit der sich wirklich mit der Verwendung wohlfühlt.”