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Gedanken steuern Roboterarm

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Gedanken steuern Roboterarm

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Jan Scheuermann ist seit acht Jahren vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Nun ist es ihr gelungen, einen Arm zu bewegen: Einen Roboterarm – gesteuert durch die Kraft ihrer Gedanken.

Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität Pittsburgh gelang es zu beweisen, dass ein Patient mit einer langzeitigen Querschnittslähmung einen gedanken-kontrollierten Roboterarm bewegen kann.

Ein erster Schritt, damit Gelähmte eines Tages viele komplexe Abläufe des Alltags wieder selbst meistern.

Der Name der Technologie: Brain Computer Interface – die Schnittschnelle zwischen Hirn und Rechner.

In sie setzt Jan Scheuermann ihre ganzen Hoffnungen. “Es gibt Dinge, die ich nie getan habe, als ich es noch hätte machen können: Ich meine nicht Skydiving,” erklärt sie. “Aber es gibt einige Abenteuer, die ich gern gehabt hätte, was ich jetzt bereue. Das hier ist die Fahrt meines Lebens. Ich sag immer: Das hier ist meine Achterbahn, das hier ist wie Skydiving. Es ist einfach toll und ich genieße jede Sekunde.”

Operativ wurden zwei kleine Elektrodengitter in Jans linke Gehirnhälfte eingesetzt, das menschliche Kontrollzentrum für Bewegungen.
Die Leitungen der Elektroden führen zu Anschlüssen in ihrem Kopf, die wiederum mit dem Roboterarm verbunden sind. Die Signale ihres Hirns werden in Bewegungen umgesetzt, die in das computergesteuerte Glied strömen.

Der Neurochirurg Andrew Schwartz zeigt sich optimistisch: “Wir wollten, dass man die Technologie leicht und ohne Anstrengungen nutzten kann. Dass essen wieder Spaß macht und dass die Aspekte des Alltags wieder Teil ihres Lebens sind.”

Für die Zukunft erhoffen sich die Ärzte, dass der Roboterarm nicht nur durch das Gehirn kontrolliert wird, sondern mit ihm in Wechselwirkung steht, sodass Signale zurückgeschickt werden – etwa, wenn etwas heiß oder kalt ist, damit die Sinne zurückkommen.