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Hollande gesteht Grausamkeit französischer Kolonialherrschaft in Algerien ein

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Hollande gesteht Grausamkeit französischer Kolonialherrschaft in Algerien ein

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Als erster französischer Präsident hat François
Hollande in aller Deutlichkeit die Grausamkeit der Pariser Kolonialherrschaft über Algerien eingestanden. Das nordafrikanische
Land habe sich 132 Jahre lang einem “zutiefst ungerechten und brutalen System” unterwerfen müssen, sagte Hollande bei einem
Staatsbesuch in Algier. Dieses System habe einen Namen, nämlich “Kolonisation”. Er erkenne an, welches Leiden diese “Kolonisation” über das algerische Volk gebracht habe.

Hollande und Algeriens Staatschef Abdelaziz Bouteflika unterzeichneten eine Freundschafts- und Kooperationserklärung. Sie sieht eine verstärkte Zusammenarbeit im politischen und wirtschaftlichen Bereich vor. Der französische Autokonzern Renault hat bereits ein Joint Venture zum Bau eines Werkes in dem nordafrikanischen Land angekündigt.

Frankreich hatte Algerien erst 1962 in die Unabhängigkeit entlassen. Vorausgegangen war ein achtjähriger blutiger Befreiungskampf mit hunderttausenden Toten. Die Vergangenheit
belastet die Beziehungen beider Länder bis heute.