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Viele neue Führer in Asien mit viel Streit

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Viele neue Führer in Asien mit viel Streit

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Nordkorea bejubelt e gerade einen weiteren technischen Fortschritt – den Abschuß einer Interkontinentalrakete. Offiziell für den Transport eines friedlichen Satelliten ins All gedachht, kann sie allerdings auch Ziele auf der anderen Seite des Pazifik erreichen. Der junge neue große Führer, der vor einem Jahr nach Vaters Tod wohl eher als geplant die Macht übernahm, zeigte Begeisterung.
Schließlich war diese technische Großtat auch eine Art Würdigung zum ersten Todestag seines Vaters, an dem kollektives Gedenken in Reih und Glied angesagt war. Dass Kim Nummer zwei von Kim Nummer drei abgelöst wurde, hat offenbar nichts geändert an der Politik, auch nicht an dem vom UN-Sicherheitsrat verurteilten Atomprogramm.
Sanktionen hat Nordkorea nicht zu befürchten – dank Vetorecht der chinesischen Freunde.
Schauen wir nach China. Der frisch inthronisierte Parteichef und demnächst auch Staatspräsident zeigte sich beim Militär. So etwas ist immer als Zeichen an die Nachbarschaft zu verstehen, mit der man in irgend einen Streit verstrickt ist. Immerhin war der Besuch bei der Armee der erste offizielle Auftritt des neuen Parteichefs, der bei seiner Rede nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig: Xi Jinping, der auch der oberste Armeechef ist, sagte: “Es ist die Schlüsselfunktion des Militärs, einen Krieg wagen und auch gewinnen zu können. Das gesamte Militär muss so geführt und ausgerüstet sein, wie es dem Kriegsstandard entspricht.”
Diesem Standard entspricht der neue Flugzeugträger, der im September in Dienst gestellt wurde. Der chinesische Militärhaushalt wurde gegenüber 2011 für das Jahr 2012 um 11,2 Prozent erhöht. Dies alles, vor allem die Aufrüstung zur See, beunruhigt den Nachbarn Japan. In Japan hat sich das maritime Feindbild gedreht. Man streitet nicht mehr so laut mit Russland um die Kurileninseln im Norden. Dafür um so heftiger mit China und Süd-Korea um Inseln im süd-chinesischen Meer. Dort ist offensichtlich mehr an Bodenschätzen zu holen. Nun hat auch Japan einen neuen Regierungschef, einen, der den Job schon mal gemacht hat. Und Abe redete auch sofort über den Inselstreit mit China. Er sagte, China und die internationale Gemeinschaft sollten wissen, dass es für Japan keinen Verhandlungsspielraum gibt beim Thema Senkaku-Inseln. Das ist auf der Karte die kleine Inselgruppe im Süden, vor der südchinesischen Küste. Die Inselgruppe weiter nördlich, zwischen Japan und Süd-Korea gelegen, ist das Streitobjekt zwischen diesen beiden Staaten. Nun will es der Zufall der Polit-Kalender, dass auch in Süd-Korea gerade die Spitzenposition neu besetzt wird. Bemerkenswerterweise mit einer Frau, der Tochter eines früheren Präsidenten, der als Diktator angesehen wurde. Sie hat wissen lassen, dass sie die politische Linie ihres Vorgängers weiterführen wird.