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Rechtsstreit in der "Apotheke der Dritten Welt"

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Rechtsstreit in der "Apotheke der Dritten Welt"

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Für ein Recht auf billige Arzneimittel haben in Mumbai, Indien, HIV-Positive, Menschenrechtler und Ärzte ohne Grenzen demonstriert. Und gegen den Arzneimittelhersteller Novartis mit Sitz in der Schweiz.

Novartis klagt sich seit sechs Jahren durch die indischen Instanzen, weil der Firma in Indien der Patentschutz auf ein gängiges Krebsmedikament verweigert wurde – und damit auch der Schutz vor billigen Kopien. Jetzt ist der Streit beim Obersten Gerichtshof angekommen.

Eldred Tellis, Berater zu Drogenmissbrauch und HIV/Aids-Programmen:

“Wenn Novartis damit durchkommt, können wir den Zugang zu günstigen Arzneimitteln vergessen. Ich meine sogar gängige Medikamente sind jetzt schon sehr sehr teuer für Otto Normalverbraucher. Und jetzt versuchen sie, diese Apotheke der Dritten Welt dichtzumachen. Sie wollen indische Generika-Hersteller aus dem Geschäft drängen, damit sie das Geld machen. Diesen Multis sind die armen Leute egal. Ob sie nun gesund werden oder nicht. “

Indien tritt als wichtigster Generika-Hersteller der Welt auf und versorgt unter anderem Afrika mit billigen Aids-Medikamenten.

Aktuell wird vor allem darüber gestritten, wie groß die Innovation sein muss, um ein Patent zu rechtfertigen.

Kritiker verdächtigen Arzneimittelhersteller, mit geringfügigen Änderungen den Patentschutz immer weiterzuschreiben, Stichwort “Evergreening”.