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Weitere Proteste: Ägypten über Verfassung entzweit

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Weitere Proteste: Ägypten über Verfassung entzweit

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Vor der zweiten Runde des Verfassungsreferendums in Ägypten ziehen Gegner und Verfechter wieder auf die Straße: Während die Opposition auf dem Tahrir-Platz ausharrt und in Kairo für diesen Freitag eine Demonstration gegen Wahlfälschung plant, wollen die Islamisten sich nach dem Freitagsgebet in Alexandria versammeln, zur “Verteidigung der Islamgelehrten und der Moscheen”, wie es heißt. Hintergrund ist die Belagerung einer Moschee, in der ein Geistlicher widerrechtlich für die Verfassung geworben hatte.

Murad Ali, Medienberater der Partei “Freiheit und Gerechtigkeit” der Muslimbruderschaft, bekräftigt: “Wir reden jetzt über Demokratie, und das ist die Rolle der Demokratie. Wir erwarten, dass etwa 60 Prozent für die Verfassung stimmen – und wenn man feststellt, dass 60 Prozent für etwas sind, muss man der Mehrheit auch folgen.”

Die ägyptische Menschenrechtlerin Ghada Shahbandar hält dagegen: “Wir sind besorgt um die Freiheit und die Rechte für alle Ägypter – seien es nun Frauen, Kinder, junge oder erwachsene Männer, Nubier, Beduinen vom Sinai, Muslime oder Christen. Diese Verfassung schützt nicht die Rechte aller Ägypter.”

Inoffiziellen Ergebnissen zufolge stimmten in der ersten Runde des Referendums rund 57 Prozent für die Verfassung. Die Opposition zweifelt dies an und spricht von Wahlfälschung. Viele Richter, die zur Überwachung der Wahllokale eingesetzt werden, boykottieren weiter die Abstimmung.