Eilmeldung

Eilmeldung

"Wie du mir, so ich dir" - der Kalte Krieg der Gesetze

Sie lesen gerade:

"Wie du mir, so ich dir" - der Kalte Krieg der Gesetze

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Motto “wie du mir, so ich dir” hat die Staatsduma in Moskau Adoptionen russischer Kinder durch US-Bürger verboten. Das von der Regierungspartei Geeintes Russland dominierte Parlament stimmte in dritter und letzter Lesung fast einmütig für das Gesetz mit dem Namen “Dima Jakowlew”. Es sieht auch eine schwarze Liste für US-Bürger vor.

Bürgerrechtler und Regierungsmitglieder wie Außenminister Sergej Lawrow hatten sich gegen das anti-amerikanische Gesetz ausgesprochen. Auch der Chefarzt des Waisenhauses “Pechorski” – hier lebte Dima Jakowlew – warnte, das Gesetz verringere vor allem die Adoptionschancen behinderter Kinder.

Das Gesetz ist ausdrücklich eine Reaktion auf den “Magnitsky Act” in den USA, der russische Beamte bei Menschenrechtsverstößen mit Sanktionen belegt.

Wladimir Putin, russischer Präsident:

“Die überwältigende Mehrheit der Adoptiveltern unserer Kinder verhält sich korrekt. Das sind freundliche und ehrenhafte Menschen. Die Abgeordneten der Staatsduma meinen mit dem Gesetz nicht sie, sondern die Haltung des amerikanischen Staates. Und die wäre? Wenn ein Verbrechen gegen unsere adoptierten Kinder begangen wird, reagiert die amerikanische Justiz häufig nicht darauf und lässt Leute frei rumlaufen, die eindeutig ein Verbrechen gegen ein Kind begangen haben.”

In den USA leben etwa 60.000 Adoptivkinder aus Russland.

Der zweijährige Dima Jakowlew war 2008 gestorben. Seine amerikanische Adoptivmutter hatte ihn 9 Stunden im heißem Auto zurückgelassen.

Mit dpa, AFP, RIA Novosti