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Afghanistans Präsident macht Westen für Korruption verantwortlich

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Afghanistans Präsident macht Westen für Korruption verantwortlich

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Afghanistans Staatspräsident hat für die weit verbreitete Korruption im Land vor allem den Westen verantwortlich gemacht. Er regte aber auch eine bessere Bezahlung von Staatsdienern an und deren Einstellung nach Qualifikation statt nach Beziehungen.

Die Korruption in Afghanistan gebe es wirklich, sagt Hamid Karsai, sie sei eine bittere Wahrheit. Ein kleiner Teil davon sei die eigene Schuld des Landes.
Der Großteil aber, bei dem es um Hunderte Millionen
Dollar gehe, liege nicht an Afghanistan. Diese Bestechung, so Karsai weiter, sei dem Land aufgezwungen worden, um die Regierung zu schwächen.

Afghanistan gilt als eines der korruptesten Länder der Welt. Im jüngsten Bericht der Organisation Transparency International, dem
Korruptionswahrnehmungsindex 2012, belegt es den
letzten Platz, zusammen mit Nordkorea und Somalia.

Ein herausragendes Beispiel für Korruption ist der Fall der Kabul Bank, der größten Bank des Landes. Eine unabhängige Untersuchung hat festgestellt, dass die Einlagen der Kunden dazu dienten, der Chefetage und deren engstem Kreis ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Auch ein Bruder des Präsidenten wird als Beteiligter genannt, dazu ein Bruder des Vizepräsidenten.

Gegen mehr als zwanzig Beschuldigte wurde Anklage erhoben – wenn auch nicht gegen die beiden Politikerbrüder. Es geht um die Veruntreuung
von rund siebenhundert Millionen Euro.