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Italien rätselt: Was wird aus Monti?

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Italien rätselt: Was wird aus Monti?

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Nach dem Rücktritt von Regierungschef Monti hat Italiens Präsident Giorgio Napolitano das Parlament am Abend aufgelöst. Zuvor hatte er die Fraktionschefs der Parteien in Senat und Abgeordnetenhaus empfangen. Der Präsident hat Neuwahlen für den 24. Februar in Aussicht gestellt.

Derweil rätselt das Land über die politischen Absichten von Mario Monti. Der parteilose Wirtschaftsprofessor hatte am Freitag nach 13 Monaten im Amt seinen Rücktritt eingereicht, nachdem ihm Silvio Berlusconis Partei die Unterstützung entzogen hatte. Doch während die italienische Presse in den vergangenen Tagen intensiv darüber spekulierte, dass Monti als Spitzenkandidat antreten könne, zweifelt sie das nun selbst an: Schlechte Umfragewerte ließen Monti von einer Kandidatur absehen.

Er hätte demnach als Frontmann einer Allianz der gemäßigten Zentrumsparteien mit höchstens 20 Prozent der Stimmen zu rechnen, nicht aber mit dem Sieg bei den vorgezogenen Wahlen.
Die Mehrheit der Italiener will ihn laut Umfrage nicht für eine zweite Amtszeit antreten sehen.

Mit seinen Reformen und Sparbemühungen hat sich der “Professore” bei den Bürgern unbeliebt gemacht. Etliche wollen auch wieder einen Berufspolitiker.

Klarheit erwarten die Kommentatoren von Montis Pressekonferenz zum Jahresende an diesem Sonntag. Sie rechnen damit, dass er seine Reform-Vorstellungen weitergibt, sich selbst aber aus der Schusslinie hält.