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Islamisten in Nord-Mali zerstören wieder Mausoleen

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Islamisten in Nord-Mali zerstören wieder Mausoleen

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Die Aussicht auf eine Militärintervention der Vereinten Nationen hat die islamistischen Rebellen in Nord-Mali prompt zum Racheakt verleitet: Sie zerstörten in Timbuktu weitere Mausoleen. Die Mausoleen, Friedhöfe und Moscheen sind Weltkulturerbe. Schon im Juli und Oktober hatten die Islamisten Mausoleen in Timbuktu zerstört und damit einen internationalen Aufschrei heraufbeschworen.

Zwei Rebellengruppen beherrschen seit dem Frühjahr den Norden, die islamistische Ansar Dine, und die laizistische Tuareg-Befreiungsbewegung MNLA.

Nach monatelangen gegenseitigen Feindseligkeiten hatten sie am Freitag, just nach der Entscheidung der UN zur Militärintervention, eine Waffenruhevereinbarung unterzeichnet und Zusammenarbeit mit der Regierung Malis zugesagt. Wobei Ansar Dine allerdings darauf besteht, im Norden weiter die Scharia als herrschendes Recht durchzusetzen. Nach der UN-Entscheidung wurden dort am Freitag zwei mutmaßlichen Dieben die Hände amputiert, und die Islamisten drohten weitere Amputationen und Steinigungen an.

Der UN-Militäreinsatz zur Befreiung der besetzten Region wird frühestens im nächsten Herbst beginnen.