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Spitzenkandidat? Monti bleibt vage

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Spitzenkandidat? Monti bleibt vage

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Italiens scheidender Regierungschef Mario Monti bleibt vage in Sachen Spitzenkandidatur. Bei seiner mit Spannung erwarteten Pressekonferenz zum Jahresende sagte er lediglich, dass er bereit wäre, als Kandidat einer politischen Gruppierung anzutreten, wenn diese sein Reformprogramm unterstützt. Der parteilose Wirtschaftsprofessor stellte aber auch sofort klar, dass er nicht in eine Partei eintreten werde. Es gehe ihm nicht um Personalien, sondern ums Programm.

“Ich werde mich niemanden persönlich zur Seite stellen. Ich bin vielmehr daran interessiert, dass die Agenda Monti – und ich entschuldige mich dafür, dass da mein Name auftaucht – dazu dient, die Ideen klarzustellen und vielleicht die Anstrengungen zu bündeln. Wenn jemand diese Ideen übernimmt, würde ich nicht verhindern, wenn sie es denn wollen, die Bezugsperson zu sein”, erklärte er sich mehr durch die Blume.

Seit Tagen war in den italienischen Medien darüber spekuliert worden, ob Monti bei den vorgezogenen Parlamentswahlen als Spitzenkandidat eines Bündnisses der gemäßigten Zentrumsparteien antritt.

In seiner Pressekonferenz kündigte Monti an, in Kürze eine Reformagenda im Internet zu veröffentlichen – nicht nur für Italien, sondern auch für Europa. Erneut betonte er, das Wesentliche sei jetzt, dass Italien auch die Früchte der harten Opfer ernte, die die Bürger im ablaufenden Jahr erduldet hätten. Stolz verwies er darauf, dass Italien ohne Finanzhilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds die Finanzkrise überstanden habe.

Während Monti bei den Italienern auf schlechte Umfragewerte kommt und keinen Sieg zu erwarten hätte, ist der frühere EU-Kommissar der Wunschkandidat vieler europäischer Partner.