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Monti hält sich Optionen offen - und hat Chancen

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Monti hält sich Optionen offen - und hat Chancen

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In Italien wird über mögliche Regierungskonstellationen diskutiert. Der gerade erst zurückgetrete Regierungschef Mario Monti hatte sich am Sonntag bereit erklärt, nach den Neuwahlen erneut politische Verantwortung zu übernehmen. Dafür stellte er allerdings Bedingungen. So verteidigte Monti bei einer Pressekonferenz seinen Sparkurs.

In einem anschließenden Fernsehinterview sagte er: “Ich habe diesen Weg auch eingeschlagen, weil viele Leute meinen Ministern und mir gesagt haben: ‘Ihr habt uns zwar viele Steuern aufgehalst, aber bitte macht weiter, denn ihr habt Entscheidungen getroffen und macht Politik auf eine andere Art.’”

Für den Journalisten Maurizio Caprara ist Monti noch nicht am Ende. “Wenn das Mitte-Rechts- oder das Mitte-Links-Lager die Wahl gewinnt, aber nicht genug Parlamentssitze bekommt, könnte es notwendig werden, einen anderen Premierminister zu suchen und Monti wäre bereit”, spekuliert Caprara, der unter anderem für die Tageszeitung “Corriere della Sera” schreibt. Gleichzeitig habe sich Monti den Weg zum Präsidentenpalast nicht versperrt, sagt der Journalist und nährt damit Gerüchte, Monti strebe den Präsidentenposten an.

Monti profitiert davon, dass er Italien nach den Berlusconi-Jahren mit ständigen Schlagzeilen über diplomatische Fehltritte und Sex-Affären zu neuem internationalen Ansehen verholfen hat. Bei Italiens Wählern ist für den parteilosen Finanz-Technokraten bis zu den Neuwahlen Ende Februar allerdings noch viel Überzeugungsarbeit nötig. Immerhin: Jüngste Umfragen lassen erkennen, dass sein Programm ankommt. Sollte Monti den Spagat schaffen und Wähler sowohl des rechten als auch des linken Spektrums hinter sich vereinen, könnte er die politische Landschaft Italiens umkrempeln.