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Ukraine pokert um IWF-Kredite

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Ukraine pokert um IWF-Kredite

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Die ukrainische Regierung hat angekündigt, dass das Land im kommenden Jahr keinen Kredit des Internationalem Währungsfonds (IWF) benötigen werde.

Beobachtern zufolge ist das eine Taktik, um bessere Bedingungen auszuhandeln. Vertreter des IWFs werden im Januar erwartet.

Ministerpräsident Mykola Azarow sagte, dass die Medizin, die der IWF anderen europäischen Ländern verordnet habe, nichts gebracht hätte. Er sprach auch von anderen potentiellen Geldgebern.

Doch egal woher das Geld kommt, es hat immer einen Preis, erklärt der Wirtschaftswissenschaftler Oleksandr Savchenko: “China leiht Geld unter der Bedingung, dass man Waren kauft. Russland leiht Geld, stellt aber politische Bedingungen. Die einzige Struktur, die keine Bedingungen stellt, ist der Finanzmarkt. Doch die ganzen Risiken, sowohl das wirtschaftliche als auch das politische, schlagen sich in den Zinsen nieder. Deswegen sind sie so teuer.”

Viktor Pynzenyk von der Oppositionspartei UDAR sagte: “Die Ukrainer haben Milliarden gespart. Wo ist dieses Geld? Nun, es ist unter Matratzen und in Einmachgläsern. Sie fragen sich wahrscheinlich, warum. Die Antwort ist einfach, die Ukrainer haben Angst. Sie verstecken ihr Geld zu Hause bis es keine Risiken mehr gibt und sie beruhigt sind.”

Pynzenyk fügte hinzu, das Land benötige dringend Reformen. Es wäre besser die ukrainischen Staatskassen auf diesem Weg zu füllen, statt sich ständig Geld zu leihen und sich so in die Abhängigkeit zu begeben.