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Nach dem Unglück von Vnukovo die Frage nach dem Warum

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Nach dem Unglück von Vnukovo die Frage nach dem Warum

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Am Tag nach der missglückten Landung einer Tupolev-Maschine mit fünf Todesopfern auf dem Moskauer Flughafen Vnukovo suchen Experten weiter nach Gründen für den Unfall.

Bislang gehen die Behörden von einem Pilotenfehler aus.

An der Unglücksstelle auf einer Autobahn gleich neben der Landebahn legten Menschen Blumen für die Opfer nieder. Bei ihnen handelt es sich um Besatzungsmitglieder der russischen Fluglinie “Red Wings”.

“Es passiert einfach zu oft”, beklagt diese Frau. “Alles geht den Bach runter in unserem Land, einfach alles. Und so auch die Luftfahrt.”

Erst am 21.Dezember war eine Tupolev vom Typ 204, somit derselben Bauart wie die Unglücksmaschine von Vnukovo, über eine Landebahn in Sibirien hinausgeschossen. Der Motor und die Bremsen des Flugzeugs hatten versagt.

Die russische Luftfahrtbehörde hatte daraufhin den Hersteller aufgefordert, Mängel auszubessern.

Am Samstag nun war die Unglücksmaschine der “Red Wings” auf einem Leerflug vom tschechischen Charterflughafen Pardubice, an Bord waren ausschließlich Besatzungsmitglieder.

Nach der Landung bei für die Jahreszeit weitgehend normalem Winter-Wetter kam das Flugzeug aus bislang ungeklärten Gründen jedoch nicht zum Stehen, schoß über die Landebahn hinaus und zerbrach beim Aufprall auf eine Autobahnböschung in drei Teile.

Als Ursache werden neben einem Pilotenfehler auch technische Mängel an der Tupolev in Erwägung gezogen, die von der Größe her mit einer Boeing 757 oder dem Airbus A321 vergleichbar ist.

Wenn es der Zustand der drei Crewmitglieder, die den Crash überlebt haben, erlaubt, sollen auch diese befragt werden – vielleicht wird es dann gelingen, Licht ins Dunkel des Unglücks von Vnukovo zu bringen.