Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Ein Jahr voller Konflikte und politischer Umstürze


welt

Ein Jahr voller Konflikte und politischer Umstürze

Eine Rauchwolke über Damaskus zeugt vom jüngsten Attentat. Im Januar 2012 hat ein Anschlag Syrien mitten ins Herz getroffen. Seit mehreren Monaten werden jeden Tag neue Opfer gemeldet.

Ein Ende des Blutbads ist nicht in Sicht. Diese Bilder zeigen das Attentat in Hula. Der Ort war Schauplatz eines Massakers, bei dem über 50 Menschen ums Leben kamen. Die internationale Gemeinschaft verurteilte die Konflikte, doch sie schafft es nicht, den Auseinandersetzungen ein Ende zu setzen. An den Landesgrenzen drängen sich die Flüchtlinge in Lagern, während die Kämpfe immer weitergehen.

Nach Tunesien sind nun auch in Ägypten die Islamisten an die Macht gekommen. Mohammed Mursi wurde zum Präsidenten gewählt – 16 Monate nach der Revolution und 20 Tage nach Mubaraks Verurteilung zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe. Mursi muss jetzt neue Reformen umsetzen. Es ist aber nicht zu übersehen, dass der neue Präsident seine eigenen Interessen verfolgt: er entließ den Armeechef und mehr Befehlsmacht zu erlangen. Auf dem Tahrir-Platz versammelten sich erneut die Demonstranten, sie sind außer sich vor Wut.

Arabischer Frühling in Libyen. Trotz der ersten Wahlen seit 60 Jahren ist der Frieden in Gefahr. Die Liberalen siegen, neue Hoffnung blüht auf.
Doch am 11. September werden vier amerikanische Funktionäre, darunter auch der Botschafter Christopher Stevens, getötet. Das Attentat, das die Unterschrift der al-Qaida trägt, erschüttert die Machtverhältnisse in Libyen.

An der Grenze zu Libyen in Mali ist der Präsident durch einen Putsch aus dem Amt vertrieben worden. Die Rebellen im Norden des Landes nutzen die Gunst der Stunde, um die Verfolgung von Regierungstruppen aufzunehmen und kämpfen sich ins Landesinnere vor. Radikale Islamisten berufen sich auf die Scharia und zerstören das Mausoleum von Timbuktu, ein Weltkulturerbe. Für 2013 haben die afrikanischen Länder eine Militäraktion geplant.

Die Wahlen, die auf den arabischen Frühling folgten, haben in vielen Ländern Islamisten an die Macht gebracht. Jetzt stellt sich die Frage, ob der religiöse Fundamentalismus genauso autoritär ist, wie die Diktatoren, die er abgelöst hat. Eine Spannung liegt über der arabischen Welt. Sie ist die Folge von Gewalttaten, die durch die Ausstrahlung eines anti-islamischen Films ausgelöst wurden.

Mit der Ermordung des Hamas-Militärchefs Ahmed Jaabari hat in Israel eine neue 8-tägige Offensive begonnen. Ziel der Operation, die sich “Pfeiler der Verteidigung” nennt, ist es, die Islamisten in Gaza zu entkräften. Das Vorhaben scheitert und Gaza geht gestärkt aus dem Konflikt hervor.

Nach einer Abstimmung der UN-Vollversammlung ist eine neue Nation geboren worden: 65 Jahre nach der Abspaltung von Israel wird Palästina zum Beobachterstaat aufgewertet.

In Italien hat sich zu Beginn des Jahres ein tragisches Unglück ereignet. Ein gigantisches Kreuzfahrtschiff geriet zu nah an die Küste und streifte das Riff der Insel Giglio. Wasser drang ins Schiffsinnere. Die Evakuation verläuft chaotisch. Die Bilanz des Vorfalls: 32 Menschen sterben. Der Kapitän der Schiffes ist Hauptangeklagter in einem Prozess, der wohl noch lange dauern wird.

In Russland ist ein neuer Präsident gewählt worden. Der ehemalige Amtsinhaber Dimitri Medwedew kandidierte nicht erneut. Wladimir Putin, der bereits von 2000 bis 2008 im Amt war, ging als Kanidat für die Partei “Vereinigtes Russland” in den Wahlkampf. Mit 60% der Stimmen gewann er eine Wahl, die heftig kritisiert wurde.

Am 13. März hat sich in der Schweiz ein schweres Verkehrsunglück ereignet. Ein Bus, der 46 Kinder einer belgischen Schule aus dem Skikurs zurückbringen sollte, prallte mit voller Wucht gegen eine Betonmauer. 22 Kinder und 6 Erwachsene kamen dabei ums Leben.

Innerhalb weniger Tage hat Mohammed Merah in Frankreich sieben Menschen getötet: drei Soldaten, einen Professor und drei Kinder, die eine jüdische Schule in Toulouse besuchten. Die Belagerung seines Appartments endete mit dem Tod des Amokläufers und vielen Fragen: wie konnte sich ein Kleinkrimineller jeglicher polizeilicher Überwachung entziehen und Terror verbreiten?

Im April ist eine Frau ins Parlament von Myanmar berufen worden. Bereits einen Monat vorher schwor Aung San Suu Kyi den Parlamentseid. Ende Juni konnte die Politikerin schließlich den Friedensnobelpreis erhalten. Sie gewann ihn bereits vor 21 Jahren, konnte ihn aber aufgrund ihres Hausarrestes niemals überreicht bekommen.

Lesen sie auch: Ein Jahr voller Konflikte und politischer Umstürze -Teil II

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Kanzlerin: Nur Mut