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Massenexodus aus Syrien befürchtet

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Massenexodus aus Syrien befürchtet

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Syrien hatte zu Friedenszeiten knapp 21 Millionen Einwohner. Gut 700 000 sind bisher aus dem Land geflüchtet. Mehr als 45 000 sind tot. Der Rest, gut 20 Millionen Menschen überlebt seit 22 Monaten so, wie es ein Bewohner der Stadt Maarat an-Numan im Westen beschreibt.

“Die Stadt ist komplett zerstört, 80 Prozent weg. Und fast alle Menschen bis auf fünf Prozent” – vor dem Bürgerkrieg hatten hier mehr als 90 000 Menschen gewohnt. “Niemand mehr da,” sagt der Mann. “Kein Wasser, kein Strom. Jeden Tag werden wir mit Raketen und Fliegerbomben traktiert.” Nun fürchte man nur noch Eines: Chemische Waffen.

Und die Zukunft? In der Hauptstadt Damaskus liefern sich die Kontrahenden einen Stellungskrieg. Dreißig Leichen sollen dort gefunden worden sein, mit Folterspuren.

Der Direktor der Caritas in Jordanien, Wael Suleiman, stellt sich auf einen Massenexodus im Jahr 2013 ein. 300 000 Syrer sind schon in Jordanien, ein neues Camp soll zusätzlich 45 000 aufnehmen. Das reicht höchstens bis Ende März, wenn der aktuelle Zustrom anhält.

In der Türkei sollen inzwischen 220 000 Syrer sein. Ein Teil kampiert im Niemandsland.

UN-Vermittler Lakhdar Brahimis neusten Plan lehnen die Aufständischen ab, weil er unter anderem eine Übergangsregierung unter Beteiligung von Funktionären des Assad-Regimes vorsieht.

Mit Reuters, AFP, dpa