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Tod nach Vergewaltigung: Indien aufgewühlt

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Tod nach Vergewaltigung: Indien aufgewühlt

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Nach dem Tod des 23jährigen Vergewaltigungsopfers von Neu Delhi kochen in der indischen Gesellschaft die Emotionen hoch. Mit einem öffentlichen Hungerstreik wollen zwei Männer – Rajesh Gangwar (45) und Babu Singh (40) – schnelle Verfahren für Sexualstraftaten durchsetzen.

Tausende Trauernde trafen sich im ganzen Land, hielten Mahnwachen ab und forderten Reformen.

Murarinath Kushwaha, Demonstrant:

“Unsere Proteste trafen bei der Regierung auf taube Ohren. Aber wenn den zwei Brüdern etwas zustoßen sollte, dann ist hier die Hölle los. Es muss noch viel passieren, um Schluss zu machen mit der Unterdrückung.”

Den sechs mutmaßlichen Tätern droht wegen Mordes die Todesstrafe.

Bisher wurden Anzeigen oft gar nicht erst angenommen, die seltenen Verfahren zogen sich über Jahre hin.

Für Banwari Lal Singhal, Mitglied der oppositionellen Bharatiya Janata Party (BJP), sind immer noch die Opfer mit schuld:

“Keine Röckchen und knappe Oberteile mehr für Schulmädchen, das wäre ein erster Schritt, meine ich. Sie sollten in Hemden und Hosen herumlaufen.”

Einspruch, so die Studentin Gurjeet Kaur:

“Warum sollten wir uns anders anziehen? Warum können nicht die Männer umdenken? Wie kann dieser Mensch so engstirnig sein? Warum sollten nicht diese Typen erst mal an sich arbeiten?”

Mehrere Männer hatten die junge Frau Mitte Dezember in Neu Delhi in einem Bus vergewaltigt, mit einer Eisenstange malträtiert und nackt aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen. Sie starb knapp zwei Wochen später in einem Krankenhaus in Singapur.

Mit Reuters, dpa